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Medizin

Prüfungsstress beeinflusst Immunsystem

Dienstag, 28. November 2017

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Dortmund – Prüfungsstress wirkt sich auf das Immunsystem aus. Das berichten Immunologen und Psychologen vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität (TU) Dortmund nach einer Studie mit Studierenden verschie­dener Semester. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Plos One erschienen (2017; doi: 10.1371/journal.pone.0188108).

Prüfungsstress ist laut den Wissenschaftlern eine Mischung von chronischen und akuten Stresselementen: von der kraftraubenden Vorbereitungszeit über die Aufregung unmittelbar vor der Prüfung bis zum manchmal langen Warten auf Ergebnisse. 

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Die Forschenden untersuchten die teilnehmenden 20 Studierenden 5 Mal, verteilt über 8 Wochen. Die erste Untersuchung fand vor dem Lernstart statt, die zweite wurde in der heißen Phase etwa 1,5 Woche vor dem Klausurtermin durchgeführt, die dritte und vierte standen unmittelbar vor sowie nach der Prüfung und die fünfte eine Woche nach der Prüfungsphase an.

An jedem Untersuchungstag wurden den Probanden Blut- und Speichelproben entnommen. So konnten die Forscher zeitabhängige Veränderungen anhand von 45 immunologischen Parametern analysieren, zum Beispiel Untergruppen von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), Monozyten oder T-Zellen. Um Rückschlüsse zu ziehen, ob Persönlichkeitseigenschaften der Probanden einen vermittelnden Einfluss auf die Auswirkungen von Prüfungsstress haben, mussten die Probanden eine Reihe von standardisierten Fragebögen beantworten. Dabei ging es um Themen wie Burn-out, Depression, Selbstkontrollfähigkeit sowie Anforderungen im Beruf und Privat­leben.

Die Autoren fanden heraus, dass sich die Anzahl der Immunzellen im Blut im Verlauf des Prüfungszeitraums verminderten. Dies betraf besonders NK-Zellen und Monozyten, also Zellen des angeborenen Immunsystems, die für frühe Immunantworten gegen Infektionen besonders wichtig sind. Aber nicht nur die Anzahl der Immunzellen war vermindert. „Bis kurz vor Klausurstart stiegen die prozentualen Anteile der unreifen Zellen im Blut an, während die der reifen Zellen sanken“, erläuterte der Studienautor Carsten Watzl.

Den Grund der Umverteilung konnten die Forschenden noch nicht klären: Die reifen Zellen seien wahrscheinlich ins Gewebe gewandert. So könnte sich der Körper auf Infektionen oder Verletzungen vorbereiten, die aus evolutionsbiologi­scher Sicht Folge einer Stresssituation seien, vermuten die Wissenschaftler. Sie wollen nun eine größere Studie konzipieren, um die Effekte von Stress und Persön­lichkeitseigenschaften auf das Immunsystem zu vertiefen. © hil/aerzteblatt.de

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