NewsPolitikTelemedizin soll in Niedersachsen stärker gefördert werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Telemedizin soll in Niedersachsen stärker gefördert werden

Dienstag, 28. November 2017

Hannover – Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat für mehr Offenheit für digitale Hilfsmittel bei der Arztbehandlung geworben. „Wir in Deutschland neigen dazu mit unserer Verrechtlichung Innovation zu behindern“, sagte Althusmann beim ersten Digitalgipfel Gesundheit in Niedersachsen in Hannover.

Er werde für Digitalisierungsprojekte in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Euro ausgeben, darunter für den Ausbau des schnellen Internets und in Telemedizin-Pilotprojekte. Ohne solche Projekte würden Niedersachsen und Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zurückfallen.

Höchstmögliche Sicherheit

Die Ärztekammer Niedersachsen, die zum Gipfel geladen hat, sieht den Datenschutz als ein Problem. Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker betonte, dass digitale Hilfsmittel neben den Vorteilen, immer auch die Gefahr bergen würden, dass sensible Patientendaten an Dritte gelangen.

Anzeige

Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte Wenker betont, dass man mit den neuen digitalen Möglichkeiten vor einem „Quantensprung in der Gesundheitskommunikation“ stehe. Es eröffneten sich neue diagnostische Möglichkeiten, Kommunikationswege verkürzten sich rasant und die Vernetzung könne die Qualität der Versorgung weiter optimieren. Um diese Chancen zu nutzen, gelte es aber, die Risiken übergreifend und umfassend zu bewerten und höchstmögliche Datensicherheit zu schaffen.

Daneben betonte sie, dass Patienten auch in Zukunft immer die Möglichkeit haben werden, ihren Arzt auch offline in der Arztpraxis zu konsultieren. Die Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass patientennahe ärztliche Kompetenzen nur über eine Datenleitung aus der Ferne angeboten werden, sagte Wenker. „Telemedizinische Anwendungen können die ärztliche Behandlung unterstützen, aber niemals ersetzen“, so die Kammerpräsidentin.

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin und der Bundesverband Internetmedizin, geben zu bedenken, dass sich Videosprechstunden für Ärzte noch nicht finanziell lohnen. Die Ärzte müssen eine teure datenschutzsichere Software anschaffen, erhielten nur wenig Vergütung und dürften nur Patienten per Videochat behandeln, die sie zuvor bereits in der Praxis betreut hätten. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2018
Berlin – Ein mobiles EKG-Monitoring kombiniert mit einer telemedizinischen Nachkontrolle der erhobenen Daten kann bei Patienten mit Schlaganfällen unbekannter Ursache und bei plötzlicher
Telemedizinische Überwachung kann Rhythmusstörungen wirksam entdecken
19. Oktober 2018
Berlin – Die Mehrheit der Menschen in Deutschland glaubt an einen zukünftigen Einsatz von Robotertechnik in der Pflege. Das geht aus Ergebnissen einer Umfrage hervor, die der Digitalverband Bitkom
Menschen rechnen mit Robotertechnik in der Pflege
18. Oktober 2018
Mannheim – Das Feld der Telemedizin ist nach Ansicht von Experten besonders bei der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen ein wichtiger Zukunftsmarkt. „Bei Schmerzpatienten gibt es keine
Apps können Schmerzpatienten helfen
17. Oktober 2018
Stuttgart – Die Online-Sprechstunde ist ab sofort für alle gesetzlich Krankenversicherten in Baden-Württemberg möglich. Ein Modellversuch in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen sei problemlos
Online-Sprechstunde wird in Baden-Württemberg ausgeweitet
16. Oktober 2018
München/Berlin – Künstliche Intelligenz könnte nicht nur dem Radiologen bei der Auswertung von Bilddaten helfen. Auch in der Endoskopie gibt es jetzt erste Anwendungsversuche. In den USA gelang bei
Software erkennt Großteil der Polypen in der Koloskopie
15. Oktober 2018
Berlin – In einer Absichtserklärung haben sich Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), GKV-Spitzenverband, Vertreter von Krankenkassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Gesellschaft für
Elektronische Patientenakte: Einigung über die Zukunft der Aktenmodelle
12. Oktober 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sucht Arztpraxen, die im Rahmen eines Projektes technische Neuheiten wie etwa die Videobrille für Hausbesuche im Alltag testen wollen. Eine
LNS
NEWSLETTER