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Ärzte ohne Grenzen: Schlechte Versorgung nach Angriff in Syrien

Mittwoch, 29. November 2017

Berlin – Nach Bombenangriffen und Beschuss in Ost-Ghuta in Syrien haben Hunderte verletzte Menschen nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen keinen Zugang zu ausrei­chen­der medizinischer Versorgung.

„Medizinische Versorgung für Männer, Frauen und Kinder wird in dieser Zeit des heftigen Konflikts besonders dringend benötigt“, sagte Bertrand Perrochet, Projektleiter bei der Hilfsorganisation, gestern in Berlin. Die Einrichtungen in Ost-Ghuta seien derzeit völlig überlastet; viele Einrichtungen verbrauchten sehr große Mengen an medizini­schem Material.

Allein fünf von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Feldkrankenhäuser in der östlich von Damaskus gelegenen belagerten Enklave haben nach den Angriffen mehr als 570 Verletzte und 69 Tote gemeldet. Rund ein Viertel der Verletzten und Toten seien Frauen und Kinder unter 15 Jahren.

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Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden die Kinder in der Region Ost-Ghuta zudem die schlimmste Hungerkrise seit Beginn des Bürgerkriegs 2011. Von den Kindern unter fünf Jahren seien 11,9 Prozent akut unterernährt, erklärte das UN-Kinderhilfswerk (Unicef) heute. Noch im Januar habe dieser Anteil in der Rebellenhochburg, die seit 2013 unter Belagerung der Regierungstruppen steht, bei 2,1 Prozent gelegen.

Die Kämpfe, der Mangel an Hilfslieferungen und die hohen Lebensmittelpreise hätten die Unterernährung zuletzt verschärft, erklärte Unicef. Eine Studie habe jüngst gezeigt, dass ein Drittel der Kinder unter verzögertem Wachstum leide, was das Risiko einer verzögerten Entwicklung, Krankheiten und Tod erhöhe. In der Region am Ostrand von Damaskus leben knapp 400.000 Menschen unter Belagerung, rund die Hälfte davon sind Kinder.

Ost-Ghuta ist eine der letzten Gebiete unter Kontrolle der Rebellen. In der Region wurde eine Deeskalationszone ausgerufen, in der eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten soll. In den vergangenen Wochen nahm dort die Gewalt aber eher zu. Laut dem UN-Syrienbeauftragten Staffan de Mistura willigte die Regierung am Dienstag in eine Feuerpause ein, doch wurden am Mittwoch neue Angriffe gemeldet. © kna/afp/aerzteblatt.de

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