NewsÄrzteschaftAbschiebungen: Hessisches Ärzteparlament bekräftigt Nein zur Instrumentalisierung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Abschiebungen: Hessisches Ärzteparlament bekräftigt Nein zur Instrumentalisierung

Dienstag, 28. November 2017

Frankfurt am Main – Ärzte sind keine Abschiebehelfer. Darauf hat die Delegierten­versammlung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen hingewiesen. Die Abgeordneten des hessischen Ärzteparlaments unterstrichen in einem Beschluss, dass die ärztliche Berufsordnung für alle Ärzte gilt.

Die Kammerversammlung erinnerte an Paragraf zwei der ärztlichen Berufsordnung. „Ärztinnen und Ärzte üben ihren Beruf nach ihrem Gewissen, den Geboten der ärztlichen Ethik und der Menschlichkeit aus. Sie dürfen keine Grundsätze anerkennen und keine Vorschriften oder Anweisungen beachten, die mit ihren Aufgaben nicht vereinbar sind oder deren Befolgung sie nicht verantworten können“, heißt es dort.

Die Delegierten kritisierten, aufgrund aktueller Entwicklungen in der Asylpolitik sei es schwerer geworden, entsprechend der Berufsordnung zu handeln. Gleichwohl unterlägen nach dem 2004 geänderten Heilberufsgesetz auch beamtete Ärzte der Berufsgerichtsbarkeit der Lan­des­ärz­te­kam­mer.

Anzeige

„Die Zurückhaltung der Behörden gegenüber der Lan­des­ärz­te­kam­mer Namen von beamteten Ärzten zu nennen, gegen die ein Anfangsverdacht besteht, gegen die Berufsordnung verstoßen zu haben, ist nicht länger hinzunehmen“, stellte die Kammer klar.

Ärztekammer Hessen warnt vor Instrumentalisierung von Ärzten bei Abschiebungen

Frankfurt – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen warnt vor Bestrebungen der Politik, Flüchtlinge voreilig abzuschieben. Hintergrund ist der jüngst vorgestellte 16-Punkte-Plan der Bundesregierung zur schnelleren Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. Danach soll bei Abschiebungen auch weniger Rücksicht auf gesundheitliche Probleme der Flüchtlinge genommen werden [...]

Die hessischen Delegierten verwiesen in ihrem Beschluss auf eine Erklärung des Deutschen Ärztetages von 1996, wonach die Abschiebung, die per se eine große Belastung für die Betroffenen darstelle, bei körperlich oder seelisch Kranken nicht zum erneuten Trauma werden dürfe. 1999 hatte das Parlament der deutschen Ärzteschaft erklärt, dass Abschiebehilfe durch Ärzte mit in der ärztlichen Berufsordnung verankerten ethischen Grundsätzen nicht vereinbar seien.

Auch der Deutsche Ärztetag 2017 beschäftigte sich mit dem Thema: Die Delegierten betonten, dass stationär behandlungsbedürftige Flüchtlinge nicht reisefähig seien und dementsprechend nicht abgeschoben werden dürften. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2019
Los Angeles – Eine der größten Unterbringungsanstalten für Migranten an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ist wegen eines Krankheitsausbruchs unter Quarantäne gestellt worden. Wie die
US-Grenzanstalt für Migranten wegen Krankheitsausbruchs unter Quarantäne
20. Mai 2019
Rom/Berlin – Vier Tage nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch haben die italienischen Behörden deren Schiff beschlagnahmt und die Migranten an Land
Italien beschlagnahmt Schiff von Hilfsorganisation Sea Watch
14. Mai 2019
Mainz – Eine Studie an der Universitätsmedizin Mainz untersucht Faktoren, welche Flüchtlinge trotz traumatischer Erfahrungen und Flucht psychisch gesund bleiben lässt. Die Deutsche
Was Migranten trotz Trauma und Flucht gesund bleiben lässt
8. Mai 2019
Beirut – Italien und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR wollen die Gesundheitsversorgung von syrischen Flüchtlingen im Libanon mit 1,9 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) unterstützen. Ein
1,9 Millionen Dollar für Flüchtlinge im Libanon
6. Mai 2019
Rom – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat vor Falschnachrichten über den Gesundheitszustand von Migranten gewarnt. Generell seien Migranten bei der Ankunft in Europa relativ gesund, heißt es in
WHO warnt vor Falschnachrichten über Gesundheit von Migranten
3. Mai 2019
Berlin – Ein Bündnis aus 18 Hilfsorganisationen beklagt die Situation von Vertriebenen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. 60.000 Menschen seien vor bewaffneten Angriffen geflohen, die Ende
Im Osten des Kongo sind Tausende auf der Flucht
3. Mai 2019
Genf – Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Untersuchungen der UN mindestens acht Migranten gestorben, die zusammen mit rund 5.000 anderen Menschen in Camps unter menschenunwürdigen Bedingungen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER