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Medizin

Verzögerung von Hüftoperation um einen Tag erhöht Sterberisiko

Mittwoch, 29. November 2017

/psdesign1, stock.adobe.com

Toronto – Schenkelhalsfrakturen sollten frühzeitig operativ stabilisiert werden. In der Praxis kommt es jedoch häufiger zu Wartezeiten, die laut einer Kohortenstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; 318(20): 1994–2003) mit einem Anstieg der Mortalität verbunden sind.

Hüftfrakturen zählen zu den Hochrisikofaktoren für eine Thrombose. Die Leitlinien raten deshalb zu einer möglichst raschen Operation, die innerhalb von 24 Stunden erfolgten sollte. In der Praxis lässt sich diese Vorgabe nicht immer umsetzen. Von den 42.230 Patienten, die in 5 Jahren an 72 Kliniken in der kanadischen Provinz Ontario wegen einer Hüftfraktur operiert wurden, mussten 28.056 Patienten (66,4 Prozent) länger auf ihren Operationstermin warten.

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Daniel Pincus von der Universität Toronto und Mitarbeiter haben die Wartezeit mit der 30-Tage-Sterblichkeit in Beziehung gesetzt. Sie verwendeten dabei eine Propensity-Analyse, die Patienten mit gleichen Patienteneigenschaften gegenüberstellt. Dies sollte eine Verzerrung der Ergebnisse verhindern. Sie könnte sich leicht aus dem Umstand ergeben, dass schwerkranke Patienten in der Regel später operiert werden.

Trotzdem blieb das Sterberisiko der Patienten, die nicht in den ersten 24 Stunden operiert wurden, erhöht. Pincus gibt die 30-Tage-Mortalität mit 6,5 Prozent gegenüber 5,8 Prozent bei den frühzeitig operierten Patienten an. Die absolute Risikodifferenz war mit 0,79 Prozent gering, sie war aber mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,23 bis 1,35 Prozent signifikant. 

Auch der Composite-Endpunkt aus Myokardinfarkt, tiefer Venenthrombose, Lungen­embolie und Pneumonie war nach einer Wartezeit von mehr als 24 Stunden mit 12,2 versus 10,1 Prozent häufiger. Die absolute Risikodifferenz von 2,16 Prozent war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,43 bis 2,89 Prozent erneut signifikant. © rme/aerzteblatt.de

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