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Politik

Kassen investieren 700 Millionen in elektronische Gesundheitskarte

Mittwoch, 29. November 2017

/MG, stock.adobe.com

Berlin – Die Krankenkassen zahlen allein im kommenden Jahr 700 Millionen Euro in die Infrastruktur des digitalen Gesundheitsnetzwerks, obwohl die elektronische Gesundheitskarte (eGK) immer noch nicht mehr kann, als Stammdaten zu verwalten. Das entspreche zehn Euro pro Versichertem, wie die Bild über entsprechende Berechnungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berichtete.

„Die Karte lohnt sich erst, wenn sie Patienten und Ärzten hilft, Doppeluntersuchungen und Fehlmedikation vermeidet und Kosten spart“, sagte die Chefin der BKK VBU, Andrea Galle, der Bild. Aber bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Auch Versicherte könnten künftig durch eine funktionstüchtige eGK Geld sparen, versicherte Galle. Etwa wenn der postalische Versand von Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen entfällt. „Wenn das in Zukunft elektronisch läuft, könnten wir uns bis zu 500 Millionen Briefe pro Jahr sparen“, sagte sie.

„In Deutschland entsteht gerade eine digitale Infrastruktur, die keinen Vergleich scheuen muss und die höchsten Sicherheitsstandards entspricht“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, heute. Wer seine Daten freiwillig bei Google, Amazon und Co. hinterlegen wolle, könne das tun. „Das sichere Gesundheitsnetz, das gerade für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung aufgebaut wird, ist vielleicht nicht hip, aber dafür sicher“, sagte er.

Lanz erläuterte, seit Kurzem laufe die Anbindung aller Arzt- und Zahnarztpraxen an das sichere Gesundheitsnetz. Damit kommen nennenswerte, aber zugleich auch voraus­sehbare Kosten auf die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung zu. „Denn der Gesetzgeber hat bereits vor gut zehn Jahren entschieden, dass die Beitragszahler die dafür notwendige technische Ausstattung in den Praxen bezahlen sollen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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