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Politik

Kassen verfehlen Präventionsvorgaben

Mittwoch, 29. November 2017

/dpa

Berlin – Fast 500 Millionen Euro haben die Krankenkassen im vergangenen Jahr für Gesund­heits­förder­ung und Prävention ausgegeben. Das geht aus dem neuen Präventionsbericht 2017 hervor. Pro Versichertem waren das 6,64 Euro. Damit verfehlten sie allerdings die Forderung des Präventionsgesetzes, das sieben Euro für jeden Versicherten vorschreibt.

Wie der GKV-Spitzenverband und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) mitteilten, sind rund 6,4 Millionen gesetzlich Versicherte erreicht worden. Finanziert wurden Maßnahmen zur Gesund­heits­förder­ung in Lebenswelten, in der betrieblichen Gesund­heits­förder­ung sowie individuelle Präventionskurse. Nicht ausgegebene Gelder sollen im kommenden Jahr in Präventions- und Gesund­heits­förder­ungsmaßnahmen fließen.

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Insbesondere bei Gesund­heits­förder­ung und Prävention in Lebenswelten verfehlten die Kassen die Vorgaben des Gesetzgebers. Zwar verdreifachten sie mit rund 116 Millionen Euro ihre Ausgaben in diesem Handlungsfeld; dies entspricht 1,63 Euro je Versichertem. Das Präventionsgesetz fordert hier jedoch zwei Euro.

„Die gesetzlichen Krankenkassen haben die hochgesteckten Ziele des Präventionsgesetzes engagiert umgesetzt“, erklärte demgegenüber der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer. Deutlich ausgebaut worden seien etwa Projekte in sozialen Brennpunkten.

Höhere Ausgaben weist der Präventionsbericht im Bereich betriebliche Gesund­heitsförderung aus. Die Ausgaben stiegen von rund 76 Millionen Euro im Jahr 2015 auf rund 147 Millionen Euro im Jahr 2016. In über 13.000 Betrieben erreichten Maßnahmen, die physische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz verringern helfen, laut dem Bericht rund 1,4 Millionen Versicherte. Durchschnittlich mehr als zwei Jahre unterstützen die Krankenkassen Unternehmen bei entsprechenden Aktivitäten. Ein besonderes Augenmerk lag laut den Autoren im vergangenen Jahr darauf, mittlere und kleine Unternehmen zu erreichen.

Präventionskurse

Die Teilnahmezahlen bei Kursen, die sich an einzelne Versicherte wenden und sich mit Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung befassen, blieben 2016 mit rund 1,7 Millionen auf Vorjahresniveau. Für diese individuellen Präventionsangebote gaben die Krankenkassen 211 Millionen Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr aus. © kna/hil/aerzteblatt.de

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Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Dienstag, 19. Dezember 2017, 11:44

"Wenn man "Eigen-Initiven von Patieten" ignoriert, kann man auich keine "Präventionsvorgeben" erreichen"

Zunächst einmal kann man "Gesundheitskompetenz von Patienten" nicht
durch gesetzlich geregelte "Präventionsvorgaben" verbessern oder gar
"Lebensstiländerungen" verordne wollen. Da nutze auch "Präventionskurse" nichts.

Ich habe, in Abstimmung mit meinem Diabetolgen, ein "Selbstmanagement
meines Diabetes Typ 2" erarbeitet, wozu gehören (sollten(:

"Angepasster Lebensstil" - "Diabetesgerechte Ernährung"
"Moderate orale Medikation"
zuzüglich ein von mir entwickeltes "Konzept" eines
"Kraft-Ausdauer-Trainings an technischen Geräten"

Letzteres "darf mein Hausarzt nicht vorordnen", u.a. weil dies von der
Krankenkasse "nicht anerkannt" wird. Ich sollte stattdessen "Gymnastik
in einer Gruppe" machen.

Als "über 70-jähriger Typ-2-Diabetiker, der kein Insulin spritzt" und seit 8 Jahren in einer sehr guten "Arztpraxis" betreut wird, weiß ich
"selbst, was ich zu tun" habe (bzw. "hätte, wen ich dürfte"). Was soll
mit dann ein von der "Krankenkasse bezahlter Präventionskurz" bringen,

H. Jürgen Barth, Eodalben
wenn das "Umsetzen meiner bestehenden Präventions-Eigen-Initiativen"
schon jetzt von der Krankenkasse verhindert wird?
LNS

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