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Ärzteschaft

Chirurgen setzen bei Versorgung von Kindern auf Spezialzentren

Montag, 4. Dezember 2017

/Christin Lola, stock.adobe.com

Berlin – Kinderchirurgen und Kinderärzte sollten aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGKCH) verstärkt in spezialisierten Zentren zusammenarbeiten. „Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen’“, begründete der Präsident der Gesellschaft, Jörg Fuchs, heute in Berlin. Diese müssten von ärztlichem und pflegerischem Personal betreut werden, das sich gezielt auf die körperlichen, seelischen und entwicklungs­bedingten Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien einstellen könne.

Der Verband moniert, dass in zahl­reichen Kliniken oder kinderchirurgischen Abtei­lungen die notwendigen Fallzahlen zur Eigenfinanzierung nicht erreicht werden. Aktuell sind dem Verband zufolge in Deutschland 89 Kliniken für Kinderchirurgie gelistet, darunter 16 Ordinariate. Außerdem gebe es 36 kinderchirurgische Abteilungen in der Chirurgie bzw. Pädiatrie, 48 kinderchirurgische Einzelpraxen und 19 Gemein­schaftspraxen, davon sechs mit Belegbetten sowie neun kinderchirurgische MVZ.

Die Rechnung geht nicht auf

Eine mittelgroße kinderchirurgische Klinik benötige zur Eigenfinanzierung etwa 2.500 Fälle mit erlösrelevanten Prozeduren, rechnet die Fachgesellschaft vor. Die durchschnittliche Fallzahl kinderchirurgischer Kliniken in dieser Größe liege aber derzeit bei nur etwa 1.400 Fällen.

„Damit ist eine finanzielle Unterdeckung bei praktisch allen Einrichtungen programmiert“, stellte DGKCH-Präsident Peter Schmittenbecher fest. Nach der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes werde sich die Relation in den nächsten zehn Jahren nicht grundlegend ändern.

Um die bedarfsgerechte Versorgung der jungen Patienten auch in Zukunft weiter zu gewährleisten, spricht sich die Gesellschaft für eine Neuordnung aus, auch um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Die spezialisierten Zentren mit Chirurgen und Kinderärzten seien dabei ein erster und wichtiger Ansatz. In diesen könnten seltene Erkrankungen behandelt werden. Häufige und leichtere Krankheits­fälle sollten indes wohnortnahe kinderchirurgische Einrichtungen übernehmen, hieß es. © kna/EB/aerzteblatt.de

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