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Bayerische Hausärzte fordern Schub für die Allgemeinmedizin

Montag, 4. Dezember 2017

Nürnberg – Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) fordert von Politik, Selbst­verwaltung und Krankenkassen mehr Engagement für die Allgemeinmedizin. „Von 1.000 Bürgern wird eine Person auf einer Intensivstation behandelt, wir Hausärzte versorgen dagegen Tag für Tag mehr als das Hundertfache an Patienten. Das zeigt eindrucksvoll, wie unverzichtbar die Allgemeinmedizin für die Bürger ist“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dieter Geis, auf der Delegiertenversammlung des BHÄV am vergangenen Wochenende in Nürnberg.

Unter dem Titel „Hausärztliches Selbstverständnis stärken“ forderte die Delegierten­versammlung einstimmig, einer zunehmenden Zerstückelung der Patientenversorgung entgegenzuwirken. Geeignete Maßnahmen dafür seien, ein freiwilliges Primärarzt­systems zu fördern und die hausarztzentrierte Versorgung auszubauen. Selbstverwal­tung, Krankenkassen sowie der Gesetzgeber müssten dagegen alle Maßnahmen und Vorhaben einstellen, die die Koordinierungsfunktion der Hausärzte schwächten.

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Wichtig ist laut BHÄV außerdem, „die laufende Reform des Bereitschaftsdienstes in Bayern flächendeckend so schnell wie möglich offensiv voranzubringen“. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns, erläuterte in einem Vortrag auf der Delegiertenversammlung, die Neuordnung des Bereitschaftsdienstes sehe eine maximale Belastung von 80 Stunden pro Jahr und Arzt vor.

Die Erfahrungen in den Pilotregionen mit der Reform seien hervorragend, betonte Krombholz. „Die enorme zeitliche Belastung durch den Bereitschaftsdienst war in der Vergangenheit gerade für junge Mediziner ein wichtiges K.-o.-Kriterium, sich niederzu­lassen. Die Reform des Bereitschaftsdienstes ist deshalb zwingend erforderlich, um die medizinische Versorgung der Bürger nachhaltig sicherzustellen“, sagte Geis.

Die Delegierten forderten in Nürnberg außerdem, auch an den medizinischen Fakultäten in Augsburg und Regensburg schnell Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzurichten.  © hil/aerzteblatt.de

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