NewsÄrzteschaftBayerische Hausärzte fordern Schub für die Allgemeinmedizin
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayerische Hausärzte fordern Schub für die Allgemeinmedizin

Montag, 4. Dezember 2017

Nürnberg – Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) fordert von Politik, Selbst­verwaltung und Krankenkassen mehr Engagement für die Allgemeinmedizin. „Von 1.000 Bürgern wird eine Person auf einer Intensivstation behandelt, wir Hausärzte versorgen dagegen Tag für Tag mehr als das Hundertfache an Patienten. Das zeigt eindrucksvoll, wie unverzichtbar die Allgemeinmedizin für die Bürger ist“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dieter Geis, auf der Delegiertenversammlung des BHÄV am vergangenen Wochenende in Nürnberg.

Unter dem Titel „Hausärztliches Selbstverständnis stärken“ forderte die Delegierten­versammlung einstimmig, einer zunehmenden Zerstückelung der Patientenversorgung entgegenzuwirken. Geeignete Maßnahmen dafür seien, ein freiwilliges Primärarzt­systems zu fördern und die hausarztzentrierte Versorgung auszubauen. Selbstverwal­tung, Krankenkassen sowie der Gesetzgeber müssten dagegen alle Maßnahmen und Vorhaben einstellen, die die Koordinierungsfunktion der Hausärzte schwächten.

Wichtig ist laut BHÄV außerdem, „die laufende Reform des Bereitschaftsdienstes in Bayern flächendeckend so schnell wie möglich offensiv voranzubringen“. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns, erläuterte in einem Vortrag auf der Delegiertenversammlung, die Neuordnung des Bereitschaftsdienstes sehe eine maximale Belastung von 80 Stunden pro Jahr und Arzt vor.

Die Erfahrungen in den Pilotregionen mit der Reform seien hervorragend, betonte Krombholz. „Die enorme zeitliche Belastung durch den Bereitschaftsdienst war in der Vergangenheit gerade für junge Mediziner ein wichtiges K.-o.-Kriterium, sich niederzu­lassen. Die Reform des Bereitschaftsdienstes ist deshalb zwingend erforderlich, um die medizinische Versorgung der Bürger nachhaltig sicherzustellen“, sagte Geis.

Die Delegierten forderten in Nürnberg außerdem, auch an den medizinischen Fakultäten in Augsburg und Regensburg schnell Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzurichten.  © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17. Juli 2018
Hamburg – Die Beratungsqualität in Hamburgs Hausarztpraxen ist mittelmäßig. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie hatte eine Versuchspatientin, die unter
Beratungsqualität von Hausärzten getestet
10. Juli 2018
Düsseldorf – Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat den Entwurf für ihr Landarztgesetz vorgestellt. Danach soll die Landarztquote nicht nur für Allgemeinmediziner gelten, sondern auch
Landarztquote in Nordrhein-Westfalen soll auch für Pädiater und Internisten gelten
2. Juli 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen Regulierungswahn und einen fehlenden Respekt gegenüber ärztlichen Leistungen kritisiert. „Eigentlich ist es Aufgabe der Politik, die
KBV warnt vor Regulierungswahn
29. Juni 2018
Köln – Der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) hat dem GKV-Spitzenverband in einem offenen Brief vorgeworfen, sich in die ärztliche Selbstverwaltung einzumischen sowie Ärzte und ihre Patienten
Hausärzte fühlen sich von Krankenkassen zunehmend gegängelt
14. Juni 2018
Mainz – In Mainz ist gestern das neue Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin gestartet. Die am Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie der Universitätsmedizin Mainz angesiedelte
Neues Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin in Rheinland-Pfalz
13. Juni 2018
Berlin – Die Zahl der Hausbesuche von Ärzten ist in den vergangenen Jahren zurück gegangen. Gab es 2009 bundesweit noch 30.336.005 Hausarztbesuche bei gesetzlichen Versicherten, waren es 2016 nur noch
Ärzte machen weniger Hausbesuche
23. Mai 2018
Berlin – Die Bundesregierung will die Mindestsprechstundenzeiten von derzeit 20 auf 25 Stunden ausweiten. Dass dabei Hausbesuche offenbar nicht zur Sprechstundenzahl zählen, obwohl sie ein zentraler

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER