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Wenn Blinde mit den Ohren sehen

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Jerusalem – Mit einem neuen Gerät können Blinde Farben wahrnehmen und unter­scheiden. Eine kleine, auf eine Brille aufgesetzte Kamera filmt dabei ein Objekt und übersetzt seine Eigenschaften in Töne oder Musik, wie der Neurowissenschaftler Amir Amedi von der Hebräischen Universität in Jerusalem (Israel) erklärt, der das System entwickelt hat. Blinde können so etwa zwischen grünen und roten Äpfeln unter­scheiden. Die Technik kann aber auch helfen, Gesichtsausdrücke wie ein Lächeln wahrzunehmen.

Das Projekt EyeMusic wird durch das EU-Forschungsprogramm „Horizont 2020“ gefördert. Die Forschungsabteilung der EU-Vertretung in Israel hat es als „großartig“ gelobt.

Vorbild Delfine und Fledermäuse

„Es ist ähnlich, wie Delfine und Fledermäuse mithilfe von Geräuschen ‚sehen’“, sagt Amedi. „Nach einem Training können blinde Personen Buchstaben erkennen, Tierbilder ‚sehen’ und Objekte wie Schuhe finden.“ Die Information werde durch das Gehör aufgenommen, bei der Verarbeitung würden aber auch Bereiche des Gehirns aktiviert, die für die visuelle Wahrnehmung zuständig sind – selbst wenn die Person von Geburt an blind ist.

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Es gibt bereits eine App, mit der man die Sprache von EyeMusic lernen kann. „Ziel Nummer eins ist es, Blinden mehr Unabhängigkeit zu ermöglichen“, sagt Amedi.

2014 war vereinbart worden, dass Israel als erstes Land außerhalb von Europa an „Horizont 2020“ teilnehmen kann. Das Förderprogramm sieht für die Jahre 2014 bis 2020 Ausgaben in Höhe von fast 80 Milliarden Euro für Forschung vor. Projekte von Amir Amedi werden bisher mit insgesamt 1,5 Millionen Euro unterstützt. © dpa/aerzteblatt.de

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