NewsVermischtesAbtreibungsparagraf abschaffen: Petition zählt 135.000 Unterstützer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Abtreibungsparagraf abschaffen: Petition zählt 135.000 Unterstützer

Dienstag, 5. Dezember 2017

/Gerhard Seybert, stock.adobe.com

Gießen/Berlin – Die wegen Werbung für Abtreibung verurteilte Ärztin Kristina Hänel (61) aus dem hessischen Gießen hat inzwischen mehr als 135.000 Unterstützer. So viele Menschen haben ihre Online-Petition für ein stärkeres Informationsrecht von Frauen beim Thema Abtreibung bis heute unterzeichnet. Hänel will die Liste nächste Woche vor dem Berliner Reichstagsgebäude an Bundestagsmitglieder übergeben. Die Ärztin teilte dies über ein Unterstützungskomitee mit.

In ihrer Online-Kampagne kritisiert Hänel vor allem den Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches (StGB), der nach ihrer Meinung „das Anrecht von Frauen auf sachliche Informationen“ zu Schwangerschaftsabbrüchen einschränkt. Wegen eben dieses Paragrafen hatte die Ärztin selbst kürzlich vor Gericht gestanden: Wegen Werbung für Abtreibung hatte das Gießener Amtsgericht Hänel Ende November zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Der Prozess hatte zu hitzigen Debatten zwischen Unterstützern der Ärztin und Frauenrechtlerinnen auf der einen und entschiedenen Abtreibungsgegner auf der anderen Seite geführt.

Anzeige

Mittlerweile ist auch zwischen den Bundestagsparteien eine Debatte über eine Neuregelung des 219a StGB entbrannt. Während SPD, Linke und Grüne den Paragrafen abschaffen wollen, plädieren FDP und Union für eine gesetzliche Klarstellung. Sie wollen, dass Werbung für Abtreibung weiterhin strafrechtsrelevant bleibt, reine Informationen sollten aber ausgenommen werden. © dpa/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. September 2018
Wiesbaden – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im ersten Halbjahr leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt 52.145 dieser Eingriffe
Etwas weniger Abtreibungen im ersten Halbjahr
31. August 2018
Gießen – Der Berufungsprozess gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche findet am 12. Oktober statt. Das teilte das Landgericht Gießen heute mit.
Berufungsprozess um Werbung für Schwangerschaftsabbruch im Oktober
30. August 2018
Kassel – Der Prozess gegen zwei Frauenärztinnen aus Kassel wegen des Verdachts verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche ist gestern vorerst ohne Ergebnis unterbrochen worden. Die Anwälte der
Befangenheitsantrag unterbricht Strafprozess gegen Gynäkologinnen
30. August 2018
Bremen – Das geplante öffentliche Bremer Ärzteverzeichnis für Abtreibungen stößt auf Lob und Kritik. Während die stellvertretende Landesfrauenbeauftragte die Liste als wichtige Informationsquelle für
Ärzteverzeichnis für Schwangerschaftsabbrüche stößt auf Lob und Kritik
28. August 2018
Bremen – Frauen, die in Bremen abtreiben wollen, konnten bisher nur schwer an Informationen kommen. Jetzt hat das Gesundheitsressort eine Liste mit Arztpraxen und Kliniken erstellt, die
Bremen erstellt Ärzteverzeichnis für Schwangerschaftsabbrüche
27. August 2018
Berlin – Das Landgericht Gießen hat das Berufungsverfahren gegen die Ärztin Kristina Hänel wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche nach Paragraf 219a vertagt. „Wegen des
Berufungsprozess wegen Verstoßes gegen Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche vertagt
23. August 2018
Berlin – Bundesweit gibt es immer weniger Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Die Zahl sei seit 2003 um 40 Prozent auf 1.200 Einrichtungen zurückgegangen, berichtete das
NEWSLETTER