Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Denkfabrik kritisiert Verhaftungen in Krankenhäusern

Donnerstag, 7. Dezember 2017

London – Die britische Denkfabrik Chatham House kritisiert die Festnahme von Patienten, die ihre Behandlung nicht bezahlen können. Verhaftungen in Kranken­häusern gehörten in etlichen Ländern der Welt zur gängigen Praxis, vor allem in Staaten Afrikas südlich der Sahara und Indien. Dadurch würden den Betroffenen ihre „Rechte und Würde verweigert“, so der Think-Tank in einer gestern veröffentlichten Studie.

In den vergangenen 14 Jahren wurden demnach mindestens 950 Menschen an ihrem Krankenbett verhaftet; dies gehe zumeist aus lokalen Presseberichten hervor. Die Dunkelziffer solcher „medizinischer Verhaftungen“ liege aber vermutlich bei „mehreren Hunderttausend“ pro Jahr, so Chatham House. In etlichen Ländern Afrikas seien Verhaftungen in staatlichen oder privaten Kliniken gesellschaftlich weitgehend gedul­det, so etwa in Nigeria, Kenia, Uganda und im Kongo. Allein in einem Krankenhaus in Kenia seien zwischen 2003 und 2017 an die 400 Patienten verhaftet worden.

„Bei den Opfern handelt es sich meist um die ärmsten Mitglieder der Gesellschaft, die aufgrund von Notfällen eingeliefert werden. Verhaftungen stürzen sie und ihre Familien nur weiter in die Armut“, hieß es von Chatham House. Besonders von Festnahme bedroht seien neben Notfallpatienten auch gebärende Frauen und deren Kinder. In der Demokratischen Republik Kongo würden einem Bericht zufolge 20 Prozent aller frischen Mütter gegen ihren Willen festgehalten, bis ihre Krankenhaus­rechnung beglichen sei.

Chatham House kritisiert die Festnahmen als einen Verstoß gegen Menschenrechte. Die Denkfabrik empfiehlt den betroffenen Entwicklungs- und Schwellenländern die Einführung einer verpflichtenden allgemeinen Kran­ken­ver­siche­rung. Dadurch könnten Krankenhäuser „finanziell nachhaltiger“ arbeiten, ohne Patienten durch erhebliche Behandlungsgebühren zu belasten. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige