Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Montgomery: Ärzte dürfen nicht wegen Information zu Abtreibungen belangt werden

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Frank Ulrich Montgomery /Gebhardt

Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat sich in die laufende Debatte um das bestehende Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche (Paragraf 219a Strafgesetz­buch) eingeschaltet.

„Aus meiner Sicht haben Frauen in Notlagen ein Recht darauf zu erfahren, welche Ärztin, welcher Arzt ihnen helfen kann“, sagte Frank Ulrich Montgomery heute dem Deutschen Ärzteblatt. Ärzte müssten darauf vertrauen dürfen, wegen sachlicher Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch nicht strafrechtlich belangt zu werden.

Widersinniges Verbot

Montgomery betonte zudem, dass es widersinnig wäre, Ärzten zu verbieten, was Behörden ohne Einschränkungen erlaubt sei. Er verwies darauf, dass Behörden und Informationsstellen wie pro familia Listen mit Namen und Tätigkeitsorten von Ärzten führten, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.

„Eine sachliche Information ist keine Werbung. Informationen dienen der Orientierung zur persönlichen Entscheidung der Frau“, betonte der BÄK-Präsident. Er kündigte an, die Bundes­ärzte­kammer werde sich eingehend mit dem Paragrafen 219a Strafgesetz­buch befassen.

Zuletzt war zwischen den Bundestagsparteien eine Debatte über eine Neuregelung des 219a StGB entflammt. Während SPD, Linke und Grüne den Paragrafen abschaffen wollen, plädieren FDP und Union für eine gesetzliche Klarstellung. Sie wollen, dass Werbung für Abtreibung weiterhin strafrechtsrelevant bleibt, reine Informationen sollten aber ausgenommen werden.

Auslöser für die Diskussion um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche war ein Urteil des Amtsgerichts Gießen. Dies hatte die Ärztin Kristina Hänel Ende November wegen unerlaubter Werbung für Abtreibung zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Der Prozess hatte zu hitzigen Debatten zwischen Unterstützern der Ärztin und Frauenrechtlerinnen auf der einen und entschiedenen Abtreibungsgegner auf der anderen Seite geführt. © may/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2018
Buenos Aires – Argentiniens Abgeordnetenkammer hat in einer ersten Lesung einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen verabschiedet. Der Entwurf, der eine Abtreibung während der ersten 14
Argentinien macht wichtigen Schritt zur Legalisierung von Abtreibungen
13. Juni 2018
Wiesbaden – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in den ersten drei Monaten des Jahres gestiegen. Insgesamt ließen rund 27.200 Frauen in dieser Zeit einen Abbruch vornehmen, 2,2 Prozent mehr als
Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gestiegen
28. Mai 2018
Dublin – Die Regierung in Dublin will nach dem klaren Votum der Iren für eine Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen zügig ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen. Das sagte der irische
Dublin will rasch Regelung für legale Schwangerschaftsabbrüche schaffen
25. Mai 2018
Dublin – In Irland hat heute das Referendum über ein Ende des strengen Abtreibungsverbots begonnen. Zur Wahl aufgerufen sind fast 3,5 Millionen Bürger, die Wahllokale sind bis zum späten Abend
Abtreibungsverbot: Referendum in Irland
24. Mai 2018
Hannover – Die FDP hat Union und SPD im Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen zu einem Kompromiss aufgerufen. „Ein Kompromiss könnte verhindern, dass wir erneut in eine grundsätzliche Debatte
FDP ruft im Streit um Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche zu Kompromiss auf
24. Mai 2018
Seoul – Menschenrechtler haben Südkorea aufgerufen, sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche zu ermöglichen. Die Kriminalisierung von Abtreibung sei nicht vereinbar mit Südkoreas
Legalisierung von Abtreibung in Südkorea angemahnt
18. Mai 2018
Dublin – Aisha Chithira lebt mit ihrer Tochter und ihrem Mann in Irland. Die aus Afrika stammende Frau ist schwanger. Aber weil sie unter einer Erkrankung leidet und bereits Zwillinge tot gebar,
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige