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Politik

Erstmals Leistungen der Pflegeversicherung für 250.000 Menschen

Donnerstag, 7. Dezember 2017

/dpa

Berlin – Als Folge der Pflegereform haben bis Ende Oktober 250.000 Menschen in Deutschland erstmals Leistungen der Pflegeversicherung erhalten – deutlich mehr als erwartet. Das ergibt sich aus einem Vergleich zu den Zahlen der ersten zehn Monate des Jahres 2016, wie der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbands (MDS) den Zeitungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland bestätigte.

Mit der Reform war zu Jahresbeginn ein neues Begutachtungssystem mit fünf Pflege­graden anstelle der bis dahin geltenden Pflegestufen eingeführt worden. Das Bundes­gesundheitsministerium (BMG) war im Herbst 2016 von kurzfristig 200.000 Menschen ausgegangen, die als Folge der Reform erstmals Pflegeleistungen erhalten würden. Mittelfristig, so die Prognose damals, könnten es bis zu 500.000 werden.

„Die Pflegereform und die damit verbundene Einführung des neuen Pflegebedürftig­keits­begriffs war ein wichtiger und richtiger Schritt“, sagte MDS-Geschäftsführer Peter Pick den Zeitungen. „Insgesamt werden nun mehr pflegebedürftige Menschen anerkannt, und sie erreichen durch die neue Pflegebegutachtung höhere Pflege­grade.“ 

Menschen mit gerontopsychiatrischer Einschränkung wie etwa Demenz und Menschen mit hohem krankheitsbedingtem Unterstützungsbedarf erhielten früher Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. „Durch die neue Pflegebegut­achtung werden zudem höhere Pflegegrade und bessere Leistungen erreicht“, sagte Pick.

Nach MDS-Angaben sind von Januar bis Ende Oktober mehr als 1,27 Millionen Versi­cherte nach dem neuen Verfahren begutachtet worden. Bei 1,098 Millionen wurde einer der fünf neuen Pflegegrade empfohlen. Die Ablehnungsquote lag damit bei 13,3 Prozent. Darüber hinaus habe man 268.000 Versicherte begutachtet, die noch vor dem Reformstart Anfang 2017 ihren Antrag gestellt hatten. Sie seien automatisch in einen der fünf Pflegegrade übergeleitet worden, so eine MDS-Sprecherin. © kna/aerzteblatt.de

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