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Politik

Gesundheitsexperten empfehlen nationale Infrastruktur für massenweise Proteinanalysen

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Berlin – Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung empfiehlt, in Deutschland eine Infrastruktur für klinisch orientierte umfassende Proteinanalysen aufzubauen. Hintergrund ist, dass Proteine mögliche Ansatzpunkt moderner Therapien seien.

Die personalisierte Medizin will diese Therapien auf die individuellen Eigenschaften und Bedürfnisse der Patienten zuschneiden. Die Erforschung der Gesamtheit aller Proteine in den Zellen, das Proteom, ist laut dem Forum dabei ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Infrastruktur für Proteom-Massenspektrometrie

Die Gesundheitsexperten empfehlen deshalb den Aufbau einer nationalen Infrastruktur für eine klinisch orientierte Proteom-Massenspektrometrie. Mit diesem physikalischen Verfahren können Wissenschaftler wichtige Eigenschaften krankheitsrelevanter Proteine analysieren.

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Der breitere Einsatz der Proteom-Massenspektroskopie in der klinischen Forschung soll dazu beitragen, Deutschland auf dem Gebiet der personali­sierten Medizin in eine weltweit führende Position zu bringen. „Das stärkt Deutsch­lands Rolle als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb“, hieß es aus dem Forum.

Für den Aufbau der Infrastruktur empfehlen die Gesundheitsexperten, in zwei Schritten vorzugehen. Zunächst sollten Verbünde aus vernetzten klinischen, technischen und bioinformatischen Forschungsgruppen aufgebaut werden. Das Forum empfiehlt, dabei eng mit den in Deutschland ansässigen und weltweit führenden Geräteherstellern zusammenzuarbeiten. So könne die aufzubauende Infrastruktur auch für die Medizin­technik zu einem wichtigen Impulsgeber werden.

In einem zweiten Schritt sollen die Verbünde zu einer bundesweiten Struktur vernetzt werden. Diese Infrastruktur sollte für verschiedene Arbeitsgruppen in der Gesundheitsforschung in Deutschland breit zugänglich sein.

Das Forum Gesundheitsforschung besteht seit rund zwei Jahren. Ihm gehören die fachlichen Spitzenvertreter der deutschen Forschungsorganisationen sowie der Wirtschaft auf dem Gebiet der Gesundheitsforschung an. Das Forum soll einen systematischen, organisationsübergreifenden und kontinuierlichen Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren in der deutschen Gesundheitsforschung ermöglichen. © hil/aerzteblatt.de

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