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Was ein Telemedizin-Projekt erfolgreich macht

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Gütersloh – Trotz aller Lippenbekenntnisse: Die Telemedizin in Deutschland hat es schwer. Das geht aus einer Analyse hervor, die das IGES-Institut im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vorgenommen hat. „Entgegen aller Bekenntnisse, Telemedizin fördern zu wollen, ist es in Deutschland noch nicht gelungen, sinnvolle technologisch unterstützte Versorgungsansätze angemessen zu verbreiten. Immer noch schaffen es nur wenige Projekte über den Modellstatus hinaus“, erläuterte Uwe Schwenk, Programm­direktor bei der Stiftung.

Auch für die derzeit im Innovationsfonds geförderten Projekte sei noch nicht klar, ob und wie diese in die Regelversorgung überführt würden. „Es braucht ein klares übergreifendes Zielbild und geeignete Mechanismen für die Etablierung von Telemedizinprojekten und den Transfer von erfolgreich erprobten Anwendungen in die Fläche“, so Schwenk.

Die IGES-Wissenschaftler haben in dem Gutachten telemedizinische Projekte aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern und die Erfahrungen der Träger systematisch ausgewertet. Sie stellten fest: Telemedizinische Prozessinnovationen sind unter anderem dann erfolgreich, wenn sie von hoch angesehenen Experten oder Institutio­nen vorangetrieben und von politisch starken Akteuren unterstützt werden.

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Demnach ist es zudem hilfreich, wenn die Innovationen hochrangige Systemziele wie die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum verfolgen und einen hohen kommunikativen Nutzen für Politik und Kostenträger bieten.

Auch der Zeitpunkt des Markteintritts ist von Bedeutung. Idealerweise erfolgt dieser, wenn Akteure aus Politik und Selbstverwaltung nach einer konkreten Lösung für eine anstehende Entscheidung suchen. Für Patienten sollte die Innovation nicht nur ein attraktives Angebot darstellen, sie muss vor allem einfach nutzbar sein. Besonders wichtig ist laut Studie, dass die Projekte ihren Nutzen sehr deutlich belegen können.

„Es bedarf einer systematischen Erprobung. Und die ist in der Regel nicht nur methodisch anspruchsvoll, sondern auch aufwendig“, sagte Thomas Kostera, Studienleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Bei den vom Innovationsfonds geförderten Projekten sei die Evaluation darum richtigerweise direkt angelegt. Er warnte jedoch davor, sich ausschließlich auf die Projekte im Innovationsfonds zu konzentrieren. „Die Bereitschaft, darüber hinaus in Innovation zu investieren, droht zu sinken“, kritisierte er. © hil/aerzteblatt.de

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