NewsPolitikWas ein Telemedizin-Projekt erfolgreich macht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Was ein Telemedizin-Projekt erfolgreich macht

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Gütersloh – Trotz aller Lippenbekenntnisse: Die Telemedizin in Deutschland hat es schwer. Das geht aus einer Analyse hervor, die das IGES-Institut im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vorgenommen hat. „Entgegen aller Bekenntnisse, Telemedizin fördern zu wollen, ist es in Deutschland noch nicht gelungen, sinnvolle technologisch unterstützte Versorgungsansätze angemessen zu verbreiten. Immer noch schaffen es nur wenige Projekte über den Modellstatus hinaus“, erläuterte Uwe Schwenk, Programm­direktor bei der Stiftung.

Auch für die derzeit im Innovationsfonds geförderten Projekte sei noch nicht klar, ob und wie diese in die Regelversorgung überführt würden. „Es braucht ein klares übergreifendes Zielbild und geeignete Mechanismen für die Etablierung von Telemedizinprojekten und den Transfer von erfolgreich erprobten Anwendungen in die Fläche“, so Schwenk.

Die IGES-Wissenschaftler haben in dem Gutachten telemedizinische Projekte aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern und die Erfahrungen der Träger systematisch ausgewertet. Sie stellten fest: Telemedizinische Prozessinnovationen sind unter anderem dann erfolgreich, wenn sie von hoch angesehenen Experten oder Institutio­nen vorangetrieben und von politisch starken Akteuren unterstützt werden.

Anzeige

Demnach ist es zudem hilfreich, wenn die Innovationen hochrangige Systemziele wie die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum verfolgen und einen hohen kommunikativen Nutzen für Politik und Kostenträger bieten.

Auch der Zeitpunkt des Markteintritts ist von Bedeutung. Idealerweise erfolgt dieser, wenn Akteure aus Politik und Selbstverwaltung nach einer konkreten Lösung für eine anstehende Entscheidung suchen. Für Patienten sollte die Innovation nicht nur ein attraktives Angebot darstellen, sie muss vor allem einfach nutzbar sein. Besonders wichtig ist laut Studie, dass die Projekte ihren Nutzen sehr deutlich belegen können.

„Es bedarf einer systematischen Erprobung. Und die ist in der Regel nicht nur methodisch anspruchsvoll, sondern auch aufwendig“, sagte Thomas Kostera, Studienleiter bei der Bertelsmann Stiftung. Bei den vom Innovationsfonds geförderten Projekten sei die Evaluation darum richtigerweise direkt angelegt. Er warnte jedoch davor, sich ausschließlich auf die Projekte im Innovationsfonds zu konzentrieren. „Die Bereitschaft, darüber hinaus in Innovation zu investieren, droht zu sinken“, kritisierte er. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2018
Mannheim – Das Feld der Telemedizin ist nach Ansicht von Experten besonders bei der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen ein wichtiger Zukunftsmarkt. „Bei Schmerzpatienten gibt es keine
Apps können Schmerzpatienten helfen
17. Oktober 2018
Stuttgart – Die Online-Sprechstunde ist ab sofort für alle gesetzlich Krankenversicherten in Baden-Württemberg möglich. Ein Modellversuch in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen sei problemlos
Online-Sprechstunde wird in Baden-Württemberg ausgeweitet
16. Oktober 2018
München/Berlin – Künstliche Intelligenz könnte nicht nur dem Radiologen bei der Auswertung von Bilddaten helfen. Auch in der Endoskopie gibt es jetzt erste Anwendungsversuche. In den USA gelang bei
Software erkennt Großteil der Polypen in der Koloskopie
15. Oktober 2018
Berlin – In einer Absichtserklärung haben sich Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), GKV-Spitzenverband, Vertreter von Krankenkassen, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Gesellschaft für
Elektronische Patientenakte: Einigung über die Zukunft der Aktenmodelle
12. Oktober 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sucht Arztpraxen, die im Rahmen eines Projektes technische Neuheiten wie etwa die Videobrille für Hausbesuche im Alltag testen wollen. Eine
Teilnehmer für Praxistests digitaler Zukunftslösungen gesucht
11. Oktober 2018
Berlin – Auch in Berlin soll die ausschließliche Fernbehandlung von Patienten im Einzelfall bald möglich sein. Einer entsprechenden Änderung der Berufsordnung hat die Delegiertenversammlung der
Ärztekammer Berlin macht Weg für ausschließliche Fernbehandlung frei
11. Oktober 2018
Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) plant nach Worten von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) einen flächendeckenden Einsatz von Tele-Notärzten. „Nicht bei jedem akuten Notfall
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER