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Wissenschaftler wollen mehr Personalisierung in der Radiologie

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Magdeburg – Bis 2020 wollen 33 europäische Projektpartner die gesundheitlichen Folgen von geringen Mengen ionisierender Strahlung durch diagnostische und thera­peutische Verfahren in der Medizin erforschen. Geplant ist, damit die wissenschaftlichen Grundlagen zu schaffen, klinische Anwendungen künftig mehr und mehr individualisieren zu können und auf die konkreten Bedarfe der Patienten zuzuschneiden.

Die Europäische Union fördert das EU-Verbundprojekt namens MEDIRAD mit zehn Millionen Euro. Die Projektleitung liegt beim European Institute for Biomedical Imaging Research (EIBIR) in Wien. An dem Verbundprojekt beteiligen sich Institute, Wissenschaftler und Kliniker aus 14 Ländern.

Sechs Beteiligte aus Deutschland

Aus Deutschland sind sechs Institutionen beteiligt: die Universität Magdeburg, die Universitätsmedizin Mainz, das Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Universitätsklinikum Würzburg, die Universität Marburg und das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

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„Bisher ist es in Deutschland so, dass die medizinische Strahlenexposition pro Kopf genauso groß ist, wie die aller natürlichen, aus dem Boden, der Atmosphäre oder unserer Nahrung abgegeben Strahlung zusammen“, erläuterte der Medizintechniker Christoph Hoeschen vom Lehrstuhl Medizintechnische Systeme der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Es sei bekannt, dass nicht jeder Patient die gleiche Menge Strah­lung benötige, bisher gebe es aber noch viel zu wenig Verfahren, diese Individualisie­rung der medizinischen Anwendung ionisierender Strahlung zu ermöglichen. „Zudem fehlen europäische Standards, die an Kliniken europaweit die gleichen Therapie- und Diagnoseverfahren anbieten“, sagte er.

Ziel des Projektes ist es den Forschern zufolge, künftig durch eine verbesserte Einschätzung von Effekten medizinischer Strahlung die Dosis optimieren und für den einzelnen Patienten personalisieren zu können. „Wenn wir verstehen, welche Auswirkung eine bestimmte Strahlendosierung auf Gefäße oder unser Herz-Kreislauf-System und andere Organe haben, wird es möglich sein, die bei jedem Patienten besonders gefährdeten Regionen besser zu schützen“, so Hoeschen. © hil/aerzteblatt.de

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