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Mammographie­screening: Studie sieht geringen Einfluss auf Brustkrebstodesfälle in den Niederlanden

Donnerstag, 7. Dezember 2017

/dpa

Lyon – Das Mammographiescreening, das in den Niederlanden 1989 eingeführt wurde, hat wider Erwarten nicht zu einem Rückgang bei den Diagnosen fortgeschrittener Brustkrebstumore geführt. Präventionsmediziner führen deshalb im Britischen Ärzte­blatt (BMJ 2017; 359: j5224) den gleichzeitigen Rückgang der Brustkrebssterblichkeit überwiegend bis ausschließlich auf die verbesserte Therapie zurück. Sie beklagen eine steigende Zahl von Überdiagnosen, die unnötige Operationen zur Folge haben.

Das Mammographiescreening soll Brustkrebstumore in einem früheren Stadium erkennen. Dann kann die Behandlung erfolgen, bevor die Tumore ein fortgeschrittenes Stadium erreichen. Zu Beginn eines Screeningprogramms kommt es zu einem Anstieg der Tumore, die im Frühstadium erkannt werden. Dies war nach 1989 zunächst für die Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen erkennbar. Als das Screening 1997 auf die 70 bis 75-Jährigen ausgeweitet wurde, stieg auch in dieser Gruppe die Zahl der Brustkrebs­fälle, die im Frühstadium erkannt wurden.

Wenn mehr Tumore im Frühstadium erkannt werden, dann sollte langfristig die Zahl der Tumore sinken, die erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden. Dies ist jedoch auch 24 Jahre nach der Einführung des Mammographiescreenings in den Niederlanden nicht eingetreten. Die Inzidenz von Brustkrebserkrankungen ist in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren von 1989 bis 2012 lediglich von 168 auf 166 pro 100.000 zurückgegangen.

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Trotz des fehlenden Rückgangs bei den Spätdiagnosen, ist die Zahl der Brustkrebs­todesfälle seit 1995 um 31 Prozent gesunken (um 33 Prozent, wenn man den leichten Anstieg der Todesfälle vor 1995 als Trend berücksichtigt). Philippe Autier vom Inter­national Prevention Research Institute in Lyon führt diesen Rückgang überwiegend auf die Verbesserungen der Therapie zurück. In einem günstigen Szenario könnten von den 33 Prozent 5 Prozent durch das Screening erklärt werden, schreibt der Forscher. Bei einem zweiten Szenario wurde der Rückgang der Brustkrebstodesfälle ausschließlich auf die Verbesserung der Therapie zurückgeführt.

Bei der Zunahme der Brustkrebsdiagnosen muss es sich folglich um Tumore handeln, die auch ohne Therapie niemals das Leben der Patientinnen gefährdet hätten. Autier schätzt den Anteil dieser „Überdiagnosen“, die bei Frauen gestellt wurden, die 2010–2012 zum Screening eingeladen waren, auf ein Drittel (32 Prozent). Von den beim Screening nachgewiesenen Krebsfällen sind nach den Berechnungen von Autier sogar 59 Prozent überdiagnostiziert worden. 

Die Zahl der Überdiagnosen ist Autier zufolge nicht nur durch die Ausweitung des Screenings auf Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren gestiegen. Auch die Einführung der digitalen Mammographie habe dazu beigetragen, dass immer mehr kleinere Brusttumore entdeckt würden, die klinisch nicht von Bedeutung sind. © rme/aerzteblatt.de

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