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Niedergelassene Ärzte betreuen immer mehr Patienten mit Multipler Sklerose

Donnerstag, 7. Dezember 2017

/ralwel, stock.adobe.com

Berlin – Immer mehr Patienten mit einer Multiplen Sklerose (MS) werden ambulant behandelt. Das berichten Wissenschaftler des Versorgungsatlas, einem Angebot des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), in einer neu erschienen Untersuchung. Demnach haben die Praxen in Deutschland 2015 bundes­weit mehr als 223.748 gesetzlich krankenversicherte MS-Patienten behandelt, 2009 waren es 172.497 Patienten. Dies entspricht einem Zuwachs von 29 Prozent in sechs Jahren. 

MS ist die häufigste Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das Immun­system greift dabei die körpereigenen Hüllen der Nervenzellen an, wodurch die Signalübertragung der Nerven gestört wird. MS ist die häufigste Ursache für Behinde­rungen, die erst im Erwachsenenalter erworben werden. Am häufigsten erkranken Frauen und Männer im Alter von 25 bis 39 Jahren. Frauen sind etwa 2,5-mal häufiger betroffen als Männer.

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Die Wissenschaftler des Versorgungsatlas weisen in ihrer Auswertung insbesondere auf die unterschiedlichen regionalen Verteilungen der Erkrankungshäufigkeit und der Neuerkrankungen hin.

Danach erkranken in den östlichen Bundesländern 15 von 100.000 gesetzlich Versicherten jährlich neu an MS. In Westdeutschland sind es durch­schnittlich 19 Patienten, also rund 25 Prozent mehr. Ähnlich sehen die Behandlungszahlen von MS-Patienten aus. Im Westen wurden 2015 rund 27 Prozent mehr Patienten wegen MS behandelt als im Osten.

„Die stetige Zunahme der Diagnoseprävalenz über die sieben Beobachtungsjahre unterstreicht eine kontinuierlich wachsende Bedeutung der MS im ambulanten Versorgungssetting in Deutschland“, berichten die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Die Gründe für die regionalen Unterschiede seien allerdings nicht bekannt. Die Forscher empfehlen, dies in weiteren Studien zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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