NewsMedizinGel kann offene Augenverletzungen temporär verschließen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Gel kann offene Augenverletzungen temporär verschließen

Dienstag, 12. Dezember 2017

Los Angeles – US-Forscher haben ein Hydrogel entwickelt, das offene Augen­verletzungen zuverlässig abdichtet, sich später aber einfach mit kaltem Wasser entfernen lässt. Das in Science Translational Medicine (2017; 9: eaan3879) vorgestellte Polymer wurde auf Wunsch des US-Militärs entwickelt, da die Detonation von improvisierten Sprengstoffen immer häufiger zu Augenverletzungen führt.

Bei Sprengstoffanschlägen, die im Nahen Osten zu einem Bestandteil der Kriegs­führung geworden sind, kommt es häufig zu Augenverletzungen. Die Feldärzte der US-Armee müssen mittlerweile bei jedem siebten Patienten Augenverletzungen behandeln. Bei einer Penetration des Augapfels ist Eile geboten, da es innerhalb von Stunden zu einem dauerhaften Visusverlust kommen kann. Die Versorgung per­forierender Augenverletzungen ist jedoch erst in der Klinik möglich, wo den Augenärzten ein Operationsmikroskop und andere spezielle Mittel zur Verfügung stehen.

Anzeige

Für die Erstversorgung haben Bioingenieure der Universität von Südkalifornien in Los Angeles jetzt ein Hydrogel entwickelt, das bei niedrigen Temperaturen flüssig ist, bei Körpertemperatur jedoch ein festes Gel bildet. Grundlage ist der Kunststoff PNIPAM Poly(N-Isopropylacrylamid), der bereits als Klebstoff für Retina-Prothesen benutzt wurde.

Damit sich PNIPAM für die Erstversorgung von Kriegsverletzungen eignet, wurde die Temperatur, bei der es zur Polymerisation kommt, durch Dotierung mit anderen Molekülen auf 32 bis 33 Grad Celsius erhöht. Die Applikation erfolgt mit einer speziellen Spritze, die mit einer Kühlkammer versehen ist. Sie enthält ein Kühlmittel, das durch Zugabe von Wasser aktiviert wird und dann innerhalb von 30 Sekunden die Applikation des flüssigen Hydrogels erlaubt. Das Gel hat inzwischen die notwendigen toxikologischen Tests bestanden und in einem Praxistest haben 53 Ärzte das Gel spätestens im zweiten Versuch fehlerfrei angewendet. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. Dezember 2018
München – Bereits das Öffnen der Augen verändert die Verteilung der beiden wichtigsten Botenstoffe im visuellen Kortex, unabhängig davon, ob die Person wirklich etwas sieht. Das berichten
Der Sehvorgang beginnt schon vor der eigentlichen Wahrnehmung
6. November 2018
Düsseldorf – Die funktionale Sehschwäche eines Auges (Amblyopie) ist bei Kindern eine häufige Ursache für Sehbehinderungen. Augenärzte behandeln diese häufig durch eine sogenannte Okklusionstherapie –
Medica 2018: Interaktive Brille soll Klebepflaster bei Schwachsichtigkeit ersetzen
25. September 2018
Berlin – Kinder im Alter bis zu drei Jahren sollten keine Tablets, Smartphones oder PCs benutzen. So lautet eine der Empfehlungen, die von Experten im Vorfeld des 116. Kongresses der Deutschen
Smartphones für Kleinkinder tabu
18. September 2018
Berlin – Die Deutung von Farbe, Flecken oder Furchen an der Iris ist für die Diagnose von Organschwächen, Rheuma oder Stoffwechselproblemen ungeeignet. Die sogenannte Iridologie, die zu den
Augenärzte warnen vor sogenannter Irisdiagnostik
4. September 2018
Berlin – Bei rund ein bis zwei Prozent aller Kinder, die sich in augenärztliche Behandlung begeben, stecken hinter den Sehproblemen nicht körperliche Ursachen, sondern ein seelischer Konflikt. Auf
Funktionelle Sehstörungen bei Kindern häufig
29. August 2018
München/Heidelberg – Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) will die Behandlung von Patienten durch die Verwendung von Big Data voranbringen. Die Fachgesellschaft strebt ein zentrales
Augenärzte wollen zentrales Behandlungsregister aufbauen
27. August 2018
St. Louis/Missouri – Die Untersuchung der Retina mit der optischen Kohärenztomografie könnte ein einfaches und nichtinvasives Screening auf den Morbus Alzheimer ermöglichen. Darauf deuten die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER