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Medizin

Ambulant erworbene Pneumonie: Die Therapie an den Schweregrad anpassen

Dienstag, 12. Dezember 2017

/Sebastian Kaulitzki, stock.adobe.com

Dresden – Die ambulant erworbene Pneumonie endet oft tödlich; das Spektrum reicht von der ambulant behandelbaren Erkrankung mit einer Letalität von einem Prozent bis zum medizinischen Notfall im Krankenhaus mit einer Letalität von mehr als 40 Prozent. Weltweit steht die ambulant erworbene Pneumonie auf Platz eins der tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten. Um die Prognose zu verbessern, müssen Hochrisikopatienten rasch identifiziert werden. Wie das gelingt, ist Thema eines CME-Beitrags im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2017; 114(49):838-48).

Anzeichen wie Atemwegssymptome, Fieber, Hypothermie oder „grippale“ Symptome reichen nicht aus für eine sichere Diagnose. Die ambulant erworbene Pneumonie sollte der Arzt mittels Röntgenaufnahme bestätigen. Auch mit einem Ultraschall des Thorax gelingt ein Infiltratnachweis. Damit kann der Arzt eine akute Bronchitis abgrenzen, die nicht mit Antibiotika behandelt werden muss.

Als Risikofaktoren gelten eine systemische Hypotension, eine akute respiratorische Insuffizienz oder dekompensierte kardiale Komorbiditäten. Um das Risiko abzuschätzen, wird in Deutschland der CRB-65-Score empfohlen. Ein niedriger Score bewahrt aber nicht jeden Patienten vor dem Krankenhaus. Multimorbide Patienten haben oft trotz niedriger CRB-65-Werte eine schlechte Prognose. Zudem wirken sich kardiale Komplikationen und Hypoxämie nachteilig aus. Daher sollten drei zusätzliche Prädiktoren bei der Risikostratifizierung berücksichtigt werden: eine niedrige Sauerstoffsättigung, potenziell dekompensierte Komorbidität und chronische Bettlägerigkeit.

Abhängig vom Schweregrad der Pneumonie wählt der Arzt dann eine antimikrobielle Therapie aus. Bei Patienten ohne Komorbiditäten reicht eine Monotherapie mit hoch dosiertem Amoxicillin. Kommt eine Organdysfunktion dazu, muss ein intravenöses Breitspektrum-Antibiotikum zum Einsatz kommen. In der Influenzasaison empfiehlt es sich, diese hospitalisierten Patienten zudem mit einer antiviralen Therapie zu behandeln. © gie/aerzteblatt.de

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