NewsMedizinXofigo: Vermehrte Todesfälle und Frakturen in klinischer Studie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Xofigo: Vermehrte Todesfälle und Frakturen in klinischer Studie

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Bonn – Die Behandlung mit Radium-223-dichlorid, das seit 2014 als Xofigo zur Behandlung von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom zugelassen ist, hat in einer randomisierten Phase 3-Studie zu vermehrten Todesfällen geführt. Betroffen waren Patienten, die gleichzeitig mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon behandelt wurden.

Die ERA 223-Studie sollte untersuchen, ob Radium-223-dichlorid die Ergebnisse einer Hormonbehandlung verbessern kann. An der randomisierten, doppelblinden, placebo­kontrollierten Studie hatten 806 Patienten mit asymptomatischem oder leicht symptomatischem, chemotherapienaiven, metastatasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom teilgenommen. Alle Patienten erhielten eine Hormonbehandlung mit Abirateron plus Prednison/Prednisolon. Die Hälfte wurde zusätzlich mit bis zu sechs Dosen Radium-223-dichlorid behandelt.

Anzeige

Nach den jetzt vom Hersteller mitgeteilten Ergebnissen kam es unter der zusätzlichen Gabe von Radium-223-dichlorid zu einem vermehrten Auftreten von Frakturen (24 versus 7 Prozent) und Todesfällen (27 versus 20 Prozent).

Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom sollen deshalb nicht länger mit Radium-223-dichlorid in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon behandelt werden, heißt es in dem Rote-Hand-Brief, der in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt wurde. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Mai 2019
Bonn – Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom sollten nicht mit direkten oralen Antikoagulantien (DOAK) behandelt werden. Dies geht aus einem Rote-Hand-Brief der Hersteller von Apixaban, Dabigatran,
Direkte orale Antikoagulantien bei Antiphospholipid-Syndrom kontraindiziert
23. Mai 2019
Berlin – Durch die Verordnung von Fluorchinolon-Antibiotika waren nach Hochrechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) 2018 im Vergleich zu anderen Antibiotika mehr als 40.000 Patienten
Hochrechnung: Fluorchinolone verursachen mehr Nebenwirkungen und mehr Todesfälle
23. Mai 2019
Paderborn – Ein Mann hat nach Einnahme eines Haarwuchsmedikaments von einem Pharmahersteller 100.000 Euro Schmerzensgeld verlangt. Sein Prozess begann gestern vor dem Landgericht Paderborn. In der
Prozess um Haarwuchsmittel
20. Mai 2019
London – Der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib, der zur Behandlung der rheumatoiden und der psoriatischen Arthritis und bei schweren Verläufen auch bei der Colitis ulcerosa zugelassen ist, hat in
EMA: Einschränkung für Tofacitinib wegen Lungenembolie-Risiko
10. Mai 2019
Bonn – Das Psychostimulans Modafinil, das seit 1998 zur Behandlung von Erwachsenen mit exzessiver Schläfrigkeit bei Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie zugelassen ist, steht im Verdacht,
Rote-Hand-Brief: Modafinil möglicherweise teratogen
7. Mai 2019
San Diego – Die Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) mit 5alpha-Reduktasehemmern kann wegen eines Abfalls des PSA-Werts ein Prostatakarzinom maskieren. Bei US-Veteranen kam es laut
BPH-Medikamente können die Diagnose eines Prostatakarzinoms verzögern
3. Mai 2019
Köln – Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen, können von einer Therapie mit dem
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER