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Medizinstudierende drängen auf verbindliche PJ-Aufwands­entschädigung

Mittwoch, 13. Dezember 2017

/dpa

Mainz/Berlin - Die Medizinstudierenden in Deutschland bemühen sich weiter um eine angemessene Aufwandsentschädigung im Praktischen Jahr (PJ). Die Frage, wie diese bundesweit verbindlich umgesetzt werden könnte, stand im Mittelpunkt einer Debatte auf dem Bundeskongress der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutsch­land (bvmd) Anfang Dezember.

Zu dem Treffen in Mainz kamen rund 450 Medizinstudierenden aus ganz Deutschland. Laut der bvmd gehen 60 Prozent der Studierenden im PJ einer Nebentätigkeit nach, um sich zu finanzieren.

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Die Forderung nach einer angemessenen PJ-Aufwandsentschädigung begleitet die bvmd schon seit längerem. In einer Umfrage der Medizinstudierendenvertretung zusammen mit dem Hartmannbund vom Herbst 2015 nannten die rund 7.000 Teilnehmer als wichtigste Anliegen zum PJ: eine angemessene Fehltageregelung, die Aufwandsentschädigung und Lehr- und Lernzeiten.

83 Prozent der Studierenden sind mit dem PJ unzufrieden

Im PJ sollen die Studierenden lernen, im Stationsalltag zurechtzukommen, praktische Fertigkeiten zu meistern und klinisches Denken einzuüben, um nach dem Examen gut vorbereitet an der ärztlichen Versorgung mitzuwirken. Laut der Umfrage wird das PJ diesen Erwartungen derzeit nicht gerecht. Die Mehrheit der Studierenden (83 Prozent) war derart unzufrieden mit den Rahmenbedingungen des PJ, dass sie bereit wären, für eine Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen im PJ aktiv zu protestieren.

Dies geschieht immer wieder. So trafen sich Medizinstudierenden der Universität Frankfurt im Mai diesen Jahres und demonstrierten für ein gerechtes und zeitgemäßes PJ. Sie forderten

  • eine verbindliche und strukturierte Selbstlernzeit in Form eines Studientages pro Woche
  • verbindliche Unterrichtsveranstaltungen zum Beispiel in Form von PJ-Seminaren
  • Eine Aufwandsentschädigung nach dem zulässigen BAföG-Höchstsatz von 649 Euro monatlich.
© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #94906
ede65
am Donnerstag, 14. Dezember 2017, 10:30

Immer wieder der gleiche Tipp

Ich bin schon lange drußen aber zu meiner Zeit haben folgende Fragen dem Verwaltungsdirektor hektische Flecken ins Gesicht getrieben: Wieviel Geld bekommt das Krankenhaus pro PJ, wofür wird das Geld eingestetzt, wer ist als Ausbildungsassistent/OA angegeben. Wo sind die Pläne für die Ausbildung der PJler? Zweckfremder Einsatz des Geldes gibt Ärger beim Land etc.
In unserm System findet auch später keine Ausbildung statt! Macht euch keine Hoffnung das es besser wird Kollegen. Da hilft nur solange das KH wechseln bis man irgendwo gelandet ist wo man einigermaßen wahr und ernst genommen wird. Dividenden gehen immer mehr vor Diagnosen!
LNS

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