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Medizin

Glaukom: Tee und Kaffee könnten das Risiko unterschiedlich beeinflussen

Freitag, 15. Dezember 2017

/Sergii Moscaliuk, stock.adobe.com

Los Angeles – Eine Tasse heißer Tee pro Tag könnte das Risiko eines Glaukoms reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine kleine Beobachtungsstudie mit 1.678 Teilnehmern, die im British Journal of Ophthalmology publiziert wurde (2017; doi: 10.1136/bjophthalmol-2017-310924).

Keine Auswirkung auf das Glaukomrisiko hatten demnach entkoffeinierter und koffeinhaltiger Kaffee, sowie Tee ohne Koffein, Eistee und Softdrinks. Die untersuchten Daten der 1.678 Teilnehmer stammen aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2005 bis 2006. Sie hatten einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten der letzten zwölf Monate ausgefüllt. Unter den Teilnehmern waren auch 84 (fünf Prozent) mit einem Glaukom.

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Die Tee-Trinker unter ihnen hatten ein 74 Prozent geringeres Risiko zur Glaukom-Gruppe zu gehören als jene, die nicht täglich Tee tranken. Dabei waren mögliche Störfaktoren, wie Diabetes oder Rauchen bereits berücksichtigt. Kaffeetrinker – ob mit oder ohne Koffein – waren hingegen gleich häufig in der Glaukomgruppe vertreten. Ebenso hatte der Konsum nicht koffeeinierter Tees in der Studie keine Auswirkung auf das Glaukomrisiko.

Antioxidantien im Tee wichtiger als Koffein

Bereits frühere Studien haben Hinweise geliefert, dass Koffein den intraokularen Druck verändern und sich somit auf das Glaukomrisiko auswirken könnte. Denn beim Glaukom liegt meist ein erhöhter Augeninnendruck vor. Da sich koffeinhaltiger Kaffee jedoch nicht auf das Glaukomrisiko auswirkte, konnten die Autoren diese Therapie nicht bestätigen.

Weitere potenzielle Verursacher könnten Antioxidantien, antiinflammatorische und neuroprotektive Inhaltsstoffe im koffeinhaltigen Tee sein, vermuten die Autorin Anne Coleman. Diese Inhaltstoffe seien im nicht koffeeinierten Tee geringer. Für diese Tee-Bestandteile gibt es Hinweise, dass sie das Risiko von Krebs, Herzerkrankungen und Diabetes reduzieren. Darüber hinaus könnte bei der Entstehung des Glaukoms aber auch die Oxidation und Neurodegenration eine Rolle spielen.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handle, lässt die Studie aber nur Vermutung zu. Ein kausaler Zusammenhang kann nicht abgeleitet werden. Zudem schränkt die relativ kleine Teilnehmerzahl die Aussagekraft ein. Unbekannt bleiben auch Informationen zur konsumierten Teemenge, zur Teesorte und der Tee-Ziehzeit – alles Faktoren, die relevant sein könnten.

© gie/aerzteblatt.de

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