NewsPolitikRund 1200 Angestellte der Uniklinik Tübingen streiken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Rund 1200 Angestellte der Uniklinik Tübingen streiken

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Schon im November demostrierte Pflegeprsonal in Tübingen /dpa

Tübingen – An der Tübinger Uniklinik haben am Mittwoch rund 1.200 Beschäftigte gestreikt. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit, die zu dem Warnstreik aufgerufen hatte. Demnach wurde von sechs Uhr morgens an die Arbeit niedergelegt. Am Abend sollte die Aktion mit einer Demonstration und Kundgebung enden. Für Donnerstag sind Warnstreiks am Universitätsklinikum in Freiburg angekündigt. An beiden Kliniken ist eine Notversorgung sichergestellt.

Anlass ist ein von der Gewerkschaft beklagter Personalmangel in der Pflege. Nach Einschätzung des Personalrats der Tübinger Kliniken fehlen dort 150 Pflegekräfte. Eine Sprecherin der Uniklinik betonte hingegen, dass man in den vergangenen Jahren bewusst Servicekräfte und Pflegehelfer eingestellt habe, um die examinierten Pflegekräfte zu entlasten.

Anzeige

Verhandlungen laufen seit dem Sommer

Verdi ist mit den Arbeitgebern schon seit Sommer in Verhandlungen über Entlastung der Beschäftigten und fordert mehr Personal. Eine erste Verhandlungsrunde für alle vier baden-württembergischen Unikliniken  – Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg – fand dazu am 7. Dezember statt. Für die Häuser gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika für rund 27.000 Beschäftigte.

Laut Verdi hat die Arbeitgeberseite in den ersten Verhandlungen 100 zusätzliche Stellen für alle vier Kliniken zusammen angeboten. Verdi erwartet sich davon keine merkliche Verbesserung; die Sprecherin des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg bezeichnete das Angebot als Provokation.

Die Gewerkschaft schließt auch Streiks in Ulm und Heidelberg nicht aus, sollte es aus ihrer Sicht in den weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern keine Bewegung geben. Am kommenden Montag werden voraussichtlich nächste Gespräche geführt.

Etliche Operationen verschoben

Während des Streiks in Tübingen wurde auf 85 von 96 Stationen laut Verdi mit der Personalstärke eines Wochenendes gearbeitet. Etliche Operationen mussten verschoben werden. Die Uniklinik hatte bis zum Dienstagabend versucht, den Streik gerichtlich verbieten zu lassen, zog dann aber ihren Antrag zurück. Die Gewerkschaft kritisierte das Vorgehen der Klinik scharf. Das Vertrauen in die bisherige konstruktive Sozialpartnerschaft sei dadurch beschädigt worden, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Irene Gölz.

In Freiburg will die Klinikleitung nicht gegen den Warnstreik vorgehen. „Die Sorgen der Mitarbeiter sehen wir sehr wohl und wischen sie nicht vom Tisch”, sagte Kliniksprecher Benjamin Waschow. Das Problem in Freiburg sei nicht, dass man keine Stellen schaffen, sondern dass man sie nicht besetzen könne. Derzeit habe das Klinikum eine Reihe offener Stellen in der Pflege - angesichts des leergefegten Arbeitsmarktes versuche man, Kräfte aus dem Ausland zu gewinnen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Oktober 2018
Berlin – Um die Zahl der Pflegekräfte in Deutschland bezogen auf die Einwohnerzahl ist ein Streit zwischen dem Deutschen Pflegerat (DPR) und dem GKV-Spitzenverband entbrannt. Auslöser ist eine jüngst
Streit um Zahl der Pflegekräfte in Deutschland
11. Oktober 2018
Berlin – Der Entwurf für das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz stößt bei vielen Gesundheitsverbänden auf Bedenken, obwohl die Grundintention des Gesetzes – das Pflegepersonal in der stationären Kranken-
Viele Bedenken am Pflegepersonal-Stärkungsgesetz
9. Oktober 2018
Berlin – Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeverbände stimmen dem geplanten Pflegestärkungsgesetz der Bundesregierung im Grundsatz zu. Vor der morgigen Anhörung des Gesetzesentwurfes im
Trotz grundsätzlicher Zustimmung viel Detailkritik am geplanten Pflegestärkungsgesetz
9. Oktober 2018
München – Mehr als 100.000 Menschen in Bayern haben sich mit ihrer Unterschrift für ein Volksbegehren gegen den Pflegenotstand ausgesprochen. Heute überreichten die Initiatoren – ein Bündnis aus
Mehr als 100.000 Bayern fordern Volksbegehren für bessere Pflege
8. Oktober 2018
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die ursprünglich vorgesehenen Pflegepersonaluntergrenzen für die Intensivmedizin, die Kardiologie, die Geriatrie und die Unfallchirurgie noch
Ge­sund­heits­mi­nis­terium verändert Detailvorgaben für Pflegepersonaluntergrenzen
8. Oktober 2018
Hannover – Viele Intensivstationen in Niedersachsen, vor allem für Kinder und Säuglinge, leiden darunter, dass es zu wenig Pflegepersonal gibt. Wegen zu wenig Pflegern und Krankenschwestern muss etwa
Zu wenige Pflegekräfte auf Kinderintensivstationen in Niedersachsen
4. Oktober 2018
Stuttgart – Die baden-württembergischen Krankenhäuser befürchten finanzielle Einbußen mit dem vom Bund geplanten Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals. Zwar sehe der Gesetzentwurf 40 Millionen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER