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Politik

Cannabiskonsum: Drogenbeauftragte kündigt Ausbau von Prävention an

Donnerstag, 14. Dezember 2017

/Mitch, stock.adobe.com

Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), will in den kommenden Jahren die Prävention in Sachen Cannabis flächendeckend ausbauen. „Keine andere illegale Droge ist so weit verbreitet und keine andere führt so viele Menschen in ambulante und stationäre Therapieangebote“, erklärte Mortler heute in Berlin.

Für sie sei „ganz klar“, dass die Versorgung suchtkranker Menschen in und nach der Haft besser werden muss und mehr gegen die Stigmatisierung suchtkranker Menschen getan werden müsse. „Sucht ist eine Krankheit und als solche müssen wir sie behandeln“, sagte Mortler.

Trend zeigt nach oben

Anlass der Äußerungen Mortlers ist die Veröffentlichung des Jahresberichts zur Situation illegaler Drogen in Deutschland 2017. Nach den Ergebnissen des Epidemiologischen Suchtsurveys 2015 hat mehr als jeder vierte erwachsene Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren bereits mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert.

Cannabis ist dabei unverändert die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge. Unter den 12- bis 17-Jährigen gaben 7,3 Prozent an, in den letzten 12 Monaten wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Bei den 18- bis 64-Jährigen waren es demnach 6,1 Prozent. Über die letzten 25 Jahre hinweg zeige der Cannabiskonsum mit Schwankungen einen zunehmenden Trend.

Dabei steige der Wirkstoffgehalt des in Deutschland sichergestellten Cannabis seit Jahren an und hat in diesem Jahr erneut einen Höchststand erreicht. Der vorliegende Bericht wird jährlich durch die Deutsche Drogenbeobachtungsstelle als Beitrag zum Europäischen Drogenbericht erstellt.

Kritik kommt von den Grünen im Bundestag. Der Bericht zeige eindrucksvoll, dass das Verbot von Cannabis gescheitert sei, erklärte die Grünen-Abgeordnete Kirsten Kappert-Gonther. Der Konsum sei in der Bevölkerung weit verbreitet, die strafrechtliche Verfolgung der Konsumenten ändere daran nichts. Sie mahnte, die Bundesregierung sollte statt weiterhin auf das „tote Pferd Prohibition“ zu setzen, endlich den Weg frei machen für eine „vernunftgeleitete Drogen- und Suchtpolitik“.

„Gerade weil Cannabis nicht harmlos ist, brauchen wir ein reguliertes und gut kontrolliertes System für Anbau, Handel und Abgabe von Cannabis, so wie die grüne Bundestagsfraktion dies mit ihrem Cannabiskontrollgesetz vorgeschlagen hat“, sagte Kappert-Gonther. Der geregelte Verkauf in Fachgeschäften an Erwachsene würde nicht nur den Schwarzmarkt austrocknen, sondern auch die Aufklärung über Konsumrisiken und Hilfsangebote fördern. © dpa/may/aerzteblatt.de

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