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Ausland

Britischer Chirurg brennt Patienten Initialen in die Leber

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Birmingham – Ein Chirurg hat in Großbritannien bei Operationen seine Initialen „SB“ in die Lebern von zwei Patienten gebrannt. Der 53-jährige Arzt bekannte sich beim Gericht in Birmingham der Tätlichkeit schuldig, wies aber den schwerer wiegenden Vorwurf der Körperverletzung zurück, wie britische Medien berichteten. Entdeckt wurden die Initialen bei einem Patienten, als ein anderer Chirurg später eine weitere Operation durchführte, so der Sender BBC.

„Das war ein sehr ungewöhnlicher und komplexer Fall“, sagte der zuständige Staatsanwalt Tony Badenoch. Bislang habe man keinen Präzedenzfall finden können. Der Beschuldigte habe eingesehen, dass „seine Handlungen nicht nur ethisch, sondern auch rechtlich falsch waren“.

Der 53-Jährige war auf Lebertransplantationen spezialisiert. Er verwendete einen Argon-Beamer, der in der Chirurgie zur Blutstillung verwendet wird. 2013 wurde er von seiner Stelle am Queen-Elizabeth-Krankenhaus in Birmingham suspendiert und kündigte nach einer Disziplinar-Anhörung ein Jahr später. Das Strafmaß soll Mitte Januar festgelegt werden. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 15. Dezember 2017, 08:50

Kleiner Unterschied

Es ist wohl doch ein gewisser Unterschied, ob die Initialen des Chirurgen gut sichtbar auf der Bauchdecke oder nur für "Eingeweihte" erkennbar auf der Leberoberfläche prangen. Letzteres ist zwar formal zweifellos Körperverletzung, aber ohne reale Schädigung. Sanktionen für den Arzt gerne, aber keinen Schadensersatz oder Schmerzensgeld für die Betroffenen.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 14. Dezember 2017, 22:52

Präzedenzfall?

Natürlich gibt es einen Präzedenzfall: Wie im Jahr 2000 bekannt wurde, war der New Yorker Geburtshelfer Dr. A. Z. nach einer von ihm durchgeführten Sectio caesarea von dem postoperativen Ergebnis wohl so begeistert, das er seine Initialen "A Z" in die Bauchdecke der Patientin einritzte. Nachdem er dies gegenüber dem Personal im Krankenhaus angekündigt hatte, wurde ihm seine Arzt-Lizenz umgehend entzogen.

Er plädierte allerdings später auf Grund eines angeblichen Hirnschadens auf seine eigene Unzurechnungsfähigkeit, was den Entzug seiner Arzt-Zulassung nur noch bestätigen konnte.

Quelle: "Thursday, 10 February, 2000, 10:17 GMT: Doctor who carved initials is charged:
The doctor's victim wants $5m damages: A doctor who carved his initials on a patient's abdomen has been arrested and charged in New York. Dr Alan Zarkin used his scalpel to carve his initials on the stomach of Liana Gedz. He said he believed the caesarean section he had performed on her was a work of art worthy of signing. 'I did such a beautiful job, I will initial it,' Dr Zarkin told hospital workers in the delivery room. Dr Zarkin has already lost his medical licence over the incident."
http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/637705.stm

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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