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Medizin

Urintest erkennt aktive Lungentuberkulose

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Kateryna_Kon - stock.adobe.com

Manassas – Der Nachweis eines Zellwandproteins von Mycobacterium tuberculosis, das bei einer aktiven Infektion über die Niere ausgeschieden wird, könnte erstmals auch bei Patienten, die nicht mit dem HI-Virus koinfiziert sind, eine schnelle Diagnose und Verlaufsbeobachtung bei einer Lungenerkrankung ermöglichen. Der Test wurde von einer internationalen Forschergruppe jetzt in Science Translational Medicine (2017; 9 eaal2807) vorgestellt.

Es gibt bereits einen Test, der eine aktive Tuberkulose an der vermehrten Ausscheidung des Glykolipids Lipoarabinomannan (LAM) im Harn nachweisen kann. Dieser Test eig­net sich jedoch nur für HIV-Infizierte, bei denen sich die Tuberkulosebakterien aufgrund der Abwehrschwäche stark vermehren. Bei nicht mit HIV infizierten Patienten und einer geringeren Bakterienlast fällt der Test in der Regel negativ aus. 

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Ein Team um Alessandra Luchino von der George Mason University in Manassas bei Washington hat jetzt einen neuen Test entwickelt, der LAM bereits in einem Bereich von wenigen Pikogramm pro Milliliter nachweisen kann. Der Test basiert auf dem Kupferkomplexfarbstoff RB221, den die Forscher in kleinen Nanokäfigen aus einem Hydrogel-Netz verpackt haben. Wenn diese Nanokäfige in eine Urinprobe gegeben werden, kommt es zu einer allmählichen Anreicherung von LAM, was die Nachweisgrenze um den Faktor 100 bis 1.000 senkt.

In einer ersten klinischen Anwendung an 48 HIV-negativen Patienten aus Peru wurde eine aktive Lungentuberkulose mit einer Sensitivität von 96 Prozent bei einer Spezifität von 81 Prozent erkannt. Die LAM-Konzentrationen im Urin korrelierten mit dem Schwere­­grad der Erkrankung (gemessen an Gewichtsverlust oder Husten). Die Forscher hoffen, dass der Test auch zur Verlaufskontrolle bei der Behandlung einge­setzt werden kann. Bisher sind die Mediziner auf aufwändige bakterielle Kulturen angewiesen, deren Ergebnisse erst nach Wochen vorliegen. Der Harntest liefert dagegen bereits nach 12 Stunden ein Ergebnis. © rme/aerzteblatt.de

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