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Roboter im Gesundheitswesen: Studie sieht Potenziale und Hindernisse

Dienstag, 19. Dezember 2017

/dpa

Berlin – Roboter könnten im Gesundheitswesen dazu beitragen, einen zunehmenden Fachkräftemangel abzufedern. Außerdem könnten sie Mitarbeiter bei physisch anstrengende Tätigkeiten entlasten. Das zeigt die Stiftung Münch in einer neuen Studie „Robotik in der Gesundheitswirtschaft, Einsatzfelder und Potenziale“. Die Autorinnen sind Barbara Klein von der Frankfurt University of Applied Sciences und Birgit Graf vom Fraunhofer IPA, Stuttgart. 

Sie berichten, dass robotische Systeme das Potenzial haben, zukünftig eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten. „Insbesondere die Pflege­robotik kann perspektivisch ein wichtiger Baustein werden, die physischen und auch bürokratischen Belastungen der Pflegekräfte zu minimieren und so diesen für das Gesundheitswesen eminent wichtigen Beruf wieder attraktiver machen“, erläuterte Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Münch. Sie solle die Pflegekräfte nicht ersetzen, sondern diesen idealerweise mehr Zeit für die menschliche Zuwendung ermöglichen.

Zögerliches Interesse

Die Akteure im Gesundheitswesen seien an den neuen Technologien grundsätzlich interessiert, doch bisher nur zögerlich in der Umsetzung. „Das liegt an zu wenig ausgereiften Produkten, fehlenden groß angelegten Studien mit Nutzern und unklaren Finanzierungswegen“, so die Autoren. Deshalb seien im Augenblick nur wenige robotische Systeme im Einsatz. Am weitesten fortgeschritten sei die Entwicklung bei der neurologischen Rehabilitation und bei minimalinvasiven Operationsverfahren. Künftig seien besonders bei physisch anstrengenden Tätigkeiten und in der Logistik Entlastungen durch automatisierte Systeme zu erwarten. 

Laut der Studie sollte die Politik dafür die richtigen Weichen stellen. „Um den Einsatz jenseits von Prototypen und Forschungsprojekten zu ermöglichen, müssen gesetzliche und rechtliche Voraussetzungen geschaffen und klare Finanzierungswege festgelegt werden. Die Akzeptanz muss durch gezielte Kommunikation erhöht werden – ein Ansatz, der in Japan und Korea aktiv praktiziert und politisch vorgegeben ist und als Vorbild für Deutschland dienen kann“, so die Autoren. Wichtig sei außerdem mehr Forschungsförderung. „Dabei ist es entscheidend, Regularien und Administration abzubauen und zu flexibilisieren und insbesondere Start-ups und Kleinunternehmen zu unterstützen“, so die Stiftung.

Sie fordert außerdem, die Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen umzustellen, „da in allen Bereichen des Gesundheitswesens aufgrund der wachsenden Technisierung und Digitalisierung eine ergänzende Qualifizierung des Personals erforderlich ist und auch neue Berufsbilder geschaffen werden müssen“, hieß es aus der Stiftung.

Die Stiftung Münch hat der Krankenhausmanager und ehemalige Rhön-Vorstand Eugen Münch 2014 gegründet. © hil/aerzteblatt.de

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