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Unfaire Löhne gefährden auf Dauer die Gesundheit von Frauen

Dienstag, 19. Dezember 2017

/dpa

Berlin – Unfaire Löhne gefährden auf Dauer die Gesundheit von Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Das hat dafür Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) ausgewertet.

Frauen, die ihr Einkommen über einen längeren Zeitraum als ungerecht empfinden, haben demnach ein stark erhöhtes Risiko für Stresserkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, Diabetes mellitus oder Herzprobleme. Bei Männern, die sich unfair entlohnt fühlen, ist dieses Risiko hingegen geringer. „Das größte Risiko, an einer stressassoziierten Krankheit zu erkranken, besteht für Frauen, die in Vollzeit arbeiten und sich dauerhaft ungerecht entlohnt fühlen“, erklärte die Sozialwissenschaftlerin Claudia Boscher, eine der Autorinnen.

Selbst wenn diese Frauen ihr Einkommen im Laufe der Befragung nur einmal als ungerecht bewerteten, war die Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen später eine Stresskrankheit diagnostiziert wurde, demnach „signifikant“ höher als bei Frauen, die ihr Einkommen dauerhaft als gerecht empfanden.

Für die Studie wurden die Daten von mehr als 5.600 Erwerbstätigen ausgewertet, die zwischen 2005 und 2013 für das SOEP immer wieder befragt wurden. Sie machten unter anderem seit 2005 alle zwei Jahre Angaben darüber, welche Einkommenshöhe sie als gerecht einschätzen. Seit 2009 wurden sie auch gefragt, ob ein Arzt eine Stresserkrankung festgestellt habe. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Das Gesundheitswesen veröffentlicht. © afp/aerzteblatt.de

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Bretscher
am Dienstag, 19. Dezember 2017, 19:53

Stresserkrankungen,

was verstehen denn die Verfasser der Studie darunter? Was sind denn "Herzprobleme"? Diabetes mellitus jedenfalls ist keine "stressassoziierte Erkrankung". Erscheint sehr einfach gestrickt - zumindest auf den ersten Blick.

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