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Ärzteschaft

Gastroenterologen stellen aktualisierte S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“ vor

Mittwoch, 20. Dezember 2017

/Juan Gärtner, stock.adobe.com

Berlin – Etwa 64.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an einem kolorektalen Karzinom, etwa 26.000 Menschen sterben daran. Eine neue Version der S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Tumorerkrankung ist jetzt im Leitlinienprogramm Onkologie erschienen. Die Federführung lag bei der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

„Bei der Aktualisierung der 2013 erschienenen Version wurden die neuesten wissen­schaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt. Die Leitlinie definiert außerdem Qualitäts­indikatoren, die sich aus den Leitlinienempfehlungen ableiten lassen und stellt somit eine exzellente Basis für das Qualitätsmanagement beim Darmkrebs dar“, erläuterte Wolff Schmiegel, Koordinator der Leitlinienkommission.

Mehrere Kapitel erneuert

Aktualisiert wurden in der Leitlinie die Kapitel „Endoskopie: Durchführung und Polypenmanagement“, „Adjuvante und neoadjuvante Therapie“ und „Therapeutisches Vorgehen bei Metastasierung und in der palliativen Situation“.

Im Endoskopiekapitel haben die Autoren insbesondere die Empfehlung zur Kontroll­koloskopie nach Abtragung von sessilen serratierten Adenomen geändert sowie Empfehlungen zur Kontrollkoloskopie nach Abtragung von ein oder zwei Adenomen kleiner als ein Zentimeter ohne höhergradige intraepitheliale Neoplasie ergänzt.

Bei etwa der Hälfte der Patienten entstehen nach der Koloskopie erneut Adenome. Um eine optimale Effizienz der Vorsorge zu erzielen, sind laut der Leitlinie Kontrollkolos­kopien nötig. Zur Vermeidung von Unter- und Übertherapien empfiehlt die Leitlinie eine Stratifizierung der Patienten anhand von Anzahl, Größe und Histologie der entfernten Gewebeveränderungen und macht dazu konkrete Vorgaben.

Zu den Kernthemen beim Update zählte das therapeutische Vorgehen bei Metasta­sierung und in der palliativen Versorgung. Die Leitlinieautoren betonen, dass für die Wahl der geeigneten Behandlungsstrategie das molekularbiologische Profil des Tumors eine entscheidende Rolle spielt. Nötig sei daher eine klare Präzisierung der indivi­duel­len molekularen Grundlagen.

Das Leitlinienprogramm Onkologie wird getragen von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe. Es umfasst mehr als 20 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. © hil/aerzteblatt.de

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