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Ausland

Embryo nach 24 Jahren auf Eis ausgetragen

Mittwoch, 20. Dezember 2017

/dpa

Knoxville – Nach einer Rekordzeit von gut 24 Jahren Tiefkühlung ist ein Embryo von einer US-Amerikanerin ausgetragen worden. Die Mutter aus dem US-Staat Tennessee sei bei der Geburt des Mädchens 25 Jahre alt gewesen und damit kaum älter als der Embryo, der seit Oktober 1992 nach einer künstlichen Befruchtung eines anonymen Paares als sogenanntes „Schneebaby“ auf Eis gelegen habe, berichtete der Sender CNN.

„Dieser Embryo und ich hätten die besten Freundinnen sein können“, sagte Mutter Tina Gibson, die inzwischen 26 Jahre alt ist, dem Sender. Das Mädchen halte nun den Rekord als längster eingefrorener Embryo, der zur Welt gekommen sei, zitierte das Portal „Standard Newswire“ Mitarbeiter der Medizinischen Bibliothek der Universität Tennessee.

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Embryo seit Oktober 1992 auf Eis

Die Verpflanzung des Embryos in die Gebärmutter der Frau hatte den beiden US-Medien zufolge Arzt Jeffrey Keenan vom Nationalen Embryo-Spenderzentrum (NEDC) in Knoxville in Tennessee im März vorgenommen, er betreute auch die Geburt. Das Mädchen kam demnach mit gut drei Kilogramm Gewicht und 50,8 Zentimetern Länge zur Welt.

In einem Interview, das CNN veröffentlichte, erklärte die überglückliche Mutter, sie habe zuerst keine Ahnung gehabt, dass der Embryo bereits seit Oktober 1992 in einem Eisfach gelegen habe und sie nun einen Rekord aufgestellt hätten. Das habe sich erst später herausgestellt.

Der bisher bekannteste älteste ausgetragene Embryo war fast 20 Jahre lang eingefro­ren gewesen, der Junge kam 2010 im US-Staat Virginia nach einer erfolgreichen Einpflanzung in den Uterus einer 42-jährigen Frau zur Welt.

Doch niemand wisse endgültig über das Alter dieser Schneebabys Bescheid, zitiert CNN den Experten Zaher Merhi vom New Hope Fertility Center in New York, der mit dem jüngsten Fall nichts zu tun hatte.

„Den ältesten bekannten Embryo zu identifizieren, ist einfach unmöglich“, sagte er. Denn Unternehmen müssten der Regierung nicht mitteilen, wie alt ein eingepflanzter Embryo sei. Nur die Geburt müsse gemeldet werden. Niemand habe diese Daten, so Merhi. © dpa/aerzteblatt.de

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