NewsÄrzteschaftPatienten mit Multimedikation sind in Chronikerprogrammen gut aufgehoben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Patienten mit Multimedikation sind in Chronikerprogrammen gut aufgehoben

Freitag, 22. Dezember 2017

/O.Farion, stock.adobe.com

Düsseldorf – Patienten, die an mehreren Chronikerprogrammen (Disease Management Programmen, DMP) teilnehmen, erhalten im Mittel mehr Medikamente, sind älter und länger in die DMP eingeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht der Nordrheinischen Gemeinsamen Einrichtung DMP. Er basiert auf der Evaluation der Dokumentationsdaten des Jahres 2016 durch das Zentralinstitut für die kassenärzt­liche Versorgung in Deutschland (Zi).

Demnach liegt die mittlere Anzahl von Verordnungen bei Patienten, die nur im DMP Diabetes Typ 2 betreut werden, bei 2,9. Bei Patienten in den beiden DMP Diabetes und koronare Herzerkrankung (KHK) sind es bereits im Mittel fünf und bei Patienten in den drei DMP – Diabetes, KHK und chronisch obstruktive Lungenerkrankung – 6,5 Wirk­stoffgruppen.

Anzeige

Nebenwirkungen im Griff

Mehr unerwünschte Nebenwirkungen sind den Autoren zufolge aber dennoch nicht festzustellen. Im Vergleich zu Patienten, die ausschließlich im DMP Diabetes mellitus Typ 2 (D2) betreut wurden, erreichten Patienten, die in zwei oder drei weiteren DMP-Programmen parallel betreut wurden, häufiger die entsprechenden Qualitätsziele (siehe Grafik). Zu diesen Zielen zählen beispielsweise ein HbA1c-Wert unter 8,5 Prozent, möglichst wenig Unterzuckerungen oder wenig stationäre Aufenthalte. Zudem zeigen sich bei einer Betreuung innerhalb mehrerer DMP auch höhere Teilnahmeraten bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen (Nierenfunktion, Augen), Schulungen und bei den Überweisungen bei schweren Fußläsionen.

„Die Auswertung belegt, dass wir eine Multimedikation, die im Rahmen von mehreren DMP-Programmen kontrolliert wird, im Griff behalten können und sie sich somit nicht negativ auf die Versorgungsziele auswirkt“, kommentierte Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, die Ergebnisse. Das sei sowohl für die Patienten als auch für die Behandler eine „sehr gute Nachricht“.

„Eine weitere wirksame Verbesserung wäre eine IT-gestützte Lösung bei der Medikation und eine einheitliche Datenerfassung“, betonte Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstan­des der AOK Rheinland/Hamburg.

Die Auswertung zeigt außerdem: Je länger Patienten an einem DMP teilnehmen, desto besser gelingt das Erreichen der Qualitätsziele – dies ist laut dem Bericht für die DMP Diabetes mellitus, KHK und Asthma bronchiale im Rheinland der Fall. Demnach zeigten sich bei einer Betreuung innerhalb mehrerer DMP auch höhere Teilnahmeraten bei den regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen und Patientenschulungen.

Gute Zahlen meldet die Stelle auch bei den Teilnehmerraten. Laut Report wuchs die Zahl der DMP-Teilnehmer allein in Nordrhein 2016 um rund 22.200 Patienten an. Aktuell nahmen damit rund 880.800 Menschen an den DMP im Rheinland teil. © hil/gie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Oktober 2018
Berlin – Im Herbst soll der Pharmadialog der Bundesregierung in die zweite Runde gehen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge hat jetzt in einem Positionspapier vorgeschlagen, sich dabei auf vier
Vier Punkte für den Pharmadialog
8. Oktober 2018
London – Fluorchinolone sollen künftig nicht mehr zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen eingesetzt werden, für die andere Antibiotika zur Verfügung stehen. Die Vorbeugung von
Antibiotika: EMA will die Indikationen von Fluorchinolonen deutlich einschränken
27. September 2018
Berlin – Das derzeitige System der Festbeträge verhindert Innovationen in der Arzneimittelversorgung. Insbesondere altersgerechte Darreichungsformen, die für eine älter werdende Bevölkerung immer
Pharmaverband beklagt finanzielle Belastungen der Industrie
20. September 2018
Berlin – Weitere Diskussion um die Chronikerpauschalen in der hausärztlichen Versorgung: Bei einem Treffen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband am Dienstag gab es
Weiter Streit über die Pauschalen bei Chronikern
17. September 2018
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) sieht Nachbesserungsbedarf beim gerade erst unterzeichneten Konsenspapier zur finanziellen Förderung des Quereinstiegs von Ärzten in die
Nachbesserungsbedarf beim Konsenspapier zum Quereinstieg Allgemeinmedizin
10. September 2018
Köln – Im Auftrag des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Empfehlungen aus aktuellen Leitlinien zu Diabetes mellitus
IQWiG empfiehlt Überarbeitung des DMP Typ-1-Diabetes
7. September 2018
Berlin – Das Disease-Management-Programm (DMP) für Patientinnen mit Brustkrebs ist komplett neu ausgerichtet worden. Das überarbeitete Programm startet im Oktober und stellt vor allem die Nachsorge in
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER