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Ärzteschaft

Patienten mit Multimedikation sind in Chronikerprogrammen gut aufgehoben

Freitag, 22. Dezember 2017

/O.Farion, stock.adobe.com

Düsseldorf – Patienten, die an mehreren Chronikerprogrammen (Disease Management Programmen, DMP) teilnehmen, erhalten im Mittel mehr Medikamente, sind älter und länger in die DMP eingeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht der Nordrheinischen Gemeinsamen Einrichtung DMP. Er basiert auf der Evaluation der Dokumentationsdaten des Jahres 2016 durch das Zentralinstitut für die kassenärzt­liche Versorgung in Deutschland (Zi).

Demnach liegt die mittlere Anzahl von Verordnungen bei Patienten, die nur im DMP Diabetes Typ 2 betreut werden, bei 2,9. Bei Patienten in den beiden DMP Diabetes und koronare Herzerkrankung (KHK) sind es bereits im Mittel fünf und bei Patienten in den drei DMP – Diabetes, KHK und chronisch obstruktive Lungenerkrankung – 6,5 Wirk­stoffgruppen.

Nebenwirkungen im Griff

Mehr unerwünschte Nebenwirkungen sind den Autoren zufolge aber dennoch nicht festzustellen. Im Vergleich zu Patienten, die ausschließlich im DMP Diabetes mellitus Typ 2 (D2) betreut wurden, erreichten Patienten, die in zwei oder drei weiteren DMP-Programmen parallel betreut wurden, häufiger die entsprechenden Qualitätsziele (siehe Grafik). Zu diesen Zielen zählen beispielsweise ein HbA1c-Wert unter 8,5 Prozent, möglichst wenig Unterzuckerungen oder wenig stationäre Aufenthalte. Zudem zeigen sich bei einer Betreuung innerhalb mehrerer DMP auch höhere Teilnahmeraten bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen (Nierenfunktion, Augen), Schulungen und bei den Überweisungen bei schweren Fußläsionen.

„Die Auswertung belegt, dass wir eine Multimedikation, die im Rahmen von mehreren DMP-Programmen kontrolliert wird, im Griff behalten können und sie sich somit nicht negativ auf die Versorgungsziele auswirkt“, kommentierte Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, die Ergebnisse. Das sei sowohl für die Patienten als auch für die Behandler eine „sehr gute Nachricht“.

„Eine weitere wirksame Verbesserung wäre eine IT-gestützte Lösung bei der Medikation und eine einheitliche Datenerfassung“, betonte Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstan­des der AOK Rheinland/Hamburg.

Die Auswertung zeigt außerdem: Je länger Patienten an einem DMP teilnehmen, desto besser gelingt das Erreichen der Qualitätsziele – dies ist laut dem Bericht für die DMP Diabetes mellitus, KHK und Asthma bronchiale im Rheinland der Fall. Demnach zeigten sich bei einer Betreuung innerhalb mehrerer DMP auch höhere Teilnahmeraten bei den regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen und Patientenschulungen.

Gute Zahlen meldet die Stelle auch bei den Teilnehmerraten. Laut Report wuchs die Zahl der DMP-Teilnehmer allein in Nordrhein 2016 um rund 22.200 Patienten an. Aktuell nahmen damit rund 880.800 Menschen an den DMP im Rheinland teil. © hil/gie/aerzteblatt.de

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