NewsPolitikNot­fall­daten­satz und Medikationsplan: Gematik macht Vorgaben für Feldtests
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Not­fall­daten­satz und Medikationsplan: Gematik macht Vorgaben für Feldtests

Freitag, 22. Dezember 2017

Berlin – Die gematik hat ein Zulassungsverfahren und Rahmenvorgaben für die Speicherung von Notfalldaten und einen Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) festgelegt. Damit ist neben dem Versichertenstammdaten­management auch der Weg für die beiden medizinischen Anwendungen der Karte frei. „Die gematik hat fristgerecht alle Voraussetzungen geschaffen, damit die Industrie ihre Produkte entwickeln kann“, teilte die Telematik-Organisation gestern mit.

Industrieunternehmen können auf der Basis der gematik-Spezifikationen jetzt ihre Produkte entwickeln. Anschließend reichen sie diese zur Zulassung ein. Dabei wird unter anderem im Testlabor der gematik der Nachweis erbracht, dass das jeweilige Produkt interoperabel und funktional ist. Zusätzlich bestätigt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Sicherheit des Produkts.

Feldtests mit mindestens 70 Arztpraxen

Die gematik erteilt daraufhin eine Zulassung, mit der die Industrie Feldtests starten kann. Daran sollen pro Industrieunternehmen mindestens 70 bis 75 Arztpraxen und acht Apotheken, eine KV-Notdienstpraxis sowie ein Krankenhaus teilnehmen. Diese sollen über einen Zeitraum von etwa acht Wochen 1.400 Notfalldatensätze und 2.100 Medikationspläne auf den eGK der Versicherten speichern. Die Feldtests und die anschließende bundesweite Einführung der medizinischen Anwendungen werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert, um Erkenntnisse über die Akzeptanz und Praxistauglichkeit der Produkte und Anwendungen zu erhalten.

Anzeige

„Wir haben aus der Erprobung des Onlineabgleichs der Versichertenstammdaten gelernt und uns zu diesem Vorgehen entschlossen. Die medizinischen Anwendungen können auf diese Weise schneller entwickelt, zugelassen und von der Industrie auf dem Markt angeboten werden“, betonte der gematik-Geschäftsführer Alexander Beyer. Verlaufen die Feldtests erfolgreich, dürfen die Produkte nach entsprechender Freigabe durch die gematik bundesweit in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur eingesetzt werden.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband hatten sich kürzlich auf Regelungen zum Notfall­datenmanagement ab Januar 2018 geeinigt. KBV und GKV-Spitzenverband forderten die Industrie auf, jetzt zügig die notwendigen technischen Voraussetzungen zu schaffen, damit das Notfalldatenmanagement technisch umgesetzt werden kann. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2019
Berlin/Thüringen – „Im Einzelnen noch viel Verbesserungsbedarf“, sieht der Gesundheitsausschuss des Bundesrates im Entwurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG), den der Bundesrat am 20. September
Bundesratsausschuss gegen erhöhte Strafe für TI-Verweigerer
16. September 2019
Koblenz – Die Compugroup hat wegen Kosten für eine geplatzte Übernahme ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. In den vergangenen Monaten habe die Compugroup außerhalb Europas Verhandlungen
Compugroup senkt Gewinnprognose
13. September 2019
Berlin – Der neue Chef der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, Markus Leyck Dieken, will dem Haus eine neue Struktur und Arbeitsweise geben. Man wolle statt einem
Gematik-Chef will neue Strukturen und Arbeitsweisen
13. September 2019
Berlin – Die Digitalisierung im Gesundheitswesen muss den Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten nutzen, praktikabel sein und Prozesse vereinfachen. Diesen Anspruch hat Thomas Kriedel,
Digitalisierung darf Praxen nicht belasten
13. September 2019
Dortmund – Ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland bewertet digitale Innovationen im Gesundheitsbereich skeptisch. Das geht aus einer Analyse der Continentale hervor. Demnach können sich zwar die
Bevölkerung zurückhaltend bei digitalen Innovationen
12. September 2019
Berlin – Internetgestützte und mobilbasierte Interventionen (IMI) können die psychotherapeutische Versorgung sinnvoll ergänzen – Ersatz für einen Psychotherapeuten oder Psychiater sind sie hingegen
Online-Interventionen nicht ohne ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose
11. September 2019
Berlin – Erst seit Mai dieses Jahres ist öffentlich bekannt, dass die elektronische Patientenakte (ePA) in der ersten Version kein differenziertes Berechtigungsmanagement enthalten wird. Nun zeigt
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER