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Ärzteschaft

Geriater empfehlen freiwillige Gesundheitschecks für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Dienstag, 2. Januar 2018

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat Forderungen, wonach das Autofahren ab einem bestimmten Alter nur noch mit einem Leistungszertifikat oder verpflichtenden Gesundheitschecks erlaubt sein soll, eine Absage erteilt. „Dieses pauschale Vorgehen ist aus medizinischer Sicht grundsätzlich abzulehnen“, sagte der DGG-Präsident Jürgen Bauer.

Die Fachgesellschaft weist auf Zahlen des ADAC aus dem Jahr 2015 hin, wonach lediglich 15 Prozent der Hauptverursacher eines Unfalls mit Personenschaden Pkw-Fahrer ab 65 Jahre waren. 18- bis 24-Jährige waren mehr als doppelt so häufig Hauptverursacher solcher Unfälle.

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Freiwilligkeit wichtig

„Was wirklich hilft, sind regelmäßige, freiwillige Gesundheitschecks aus einer geriatrischen Perspektive, bei denen auch Mehrfacherkrankungen, die Medikamenten­versorgung und altersbedingte Einschränkungen gezielt untersucht werden“, empfiehlt Bauer, der auch Lehrstuhlinhaber an der Universität Heidelberg sowie ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhauses Heidelberg ist.

Nimmt das Hör- oder Sehvermögen ab und ist die Reaktionsgeschwindigkeit einge­schränkt, kann ein älterer Fahrer aber laut DGG tatsächlich zur Gefährdung im Straßenverkehr werden. Gerade chronische Erkrankungen, Demenz und Einschrän­kungen des Bewegungsapparates seien zu beobachten.

Kompensation möglich

„Auch Herz, Leber und Nervensystem sollten regelmäßig gecheckt werden“, rät der DGG-Fahrtauglichkeitsexperte Dirk Wolter, Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie an der Klinik des Landschaftsverbandes Rheinland in Bonn. Die meisten älteren Kraftfahrer kompensierten ihre Einschränkungen aber erfolgreich durch taktische oder strategische Anpassungen.

„Senioren können auf Automatikgetriebe umsteigen, um so ihre volle Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr zu widmen. Außerdem sollten Stoßzeiten vermieden werden, ebenso das Autofahren bei schlechten Wetterbedingungen oder in der Dunkelheit“, so Wolter.

Für regelmäßige Gesundheitschecks unter geriatrischen Gesichtspunkten könne beispielsweise der Hausarzt herangezogen werden. „Hausärzte könnten umfassend beraten und intensiv aufklären, wenn es Probleme gibt“, so Wolter. Das gelte vor allem für die Medikamentenversorgung. Wolter rät allen älteren Autofahrern: „Sprechen Sie das Thema der Fahrtauglichkeit bei Ihrem Arzt unbedingt an.“

Das Ziel aller beteiligen Mediziner muss es laut DGG sein, die Mobilität der Älteren so lange wie möglich zu erhalten. „Andernfalls verlieren viele Menschen zu früh an Autonomie und Selbstbewusstsein, was im Alter schwerwiegende Gesundheitsfolgen haben kann“, so der DGG-Fahrtauglichkeitsexperte. © hil/aerzteblatt.de

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