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Politik

Ältere Menschen benötigen bei Krankenhaus­aufenthalt schnell Physiotherapie

Dienstag, 2. Januar 2018

/dpa

München – Physiotherapie und Mobilisation haben für ältere Menschen im Kranken­haus eine erhebliche Bedeutung. Darauf hat der Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) hingewiesen. „Bereits 48 Stunden Bettruhe können für einen älteren, bis dahin selbständigen Menschen bedeuten, dass er nach der Ruhephase nicht mehr genügend Kraft hat, seinen Alltag selbständig zu bewältigen, und pflegeabhängig wird“, warnt der Verband.

Patienten, die bereits am ersten Tag nach der Krankenhausaufnahme für 40 Minuten täglich Physiotherapie erhielten, könnten früher aus der Intensivstation und aus dem Krankenhaus entlassen werden und anschließend ihre Alltagsaktivitäten wieder erheblich besser bewältigen als Patienten, die erst eine Woche nach der Aufnahme physiotherapeutisch behandelt würden, so der VPK.

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Schneller Verlust der Muskelkraft

„Ein deutlicher Verlust der Muskelkraft infolge Immobilisation setzt bereits nach wenigen Tagen ein und ist bei geriatrischen Patienten oft verbunden mit Appetit­verlust, vor allem für Fleisch, oder es besteht sogar bereits eine nachweisbare Eiweißmangelernährung, was den Verlust der Muskelkraft dann noch beschleunigt“, erläuterte Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des VPK und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers.

Während die Muskelkraftreserve für Verrichtungen des täglichen Lebens bei jungen Menschen zwischen 20 und 35 Prozent liege, betrage sie bei geriatrischen Patienten teilweise unter fünf Prozent, so Voshaar. Bettruhe verursache bei Älteren auch in Knochen, Knorpeln und kollagenem Bindegewebe von Bändern, Kapseln und Gelenken „rasch erstaunlich große Veränderungen“ so der Verbandschef.

„Insofern kann eine Lungenentzündung bei älteren Menschen nach längerer Bettruhe unter Umständen einen Verlust der Fähigkeiten zur selbständigen Erledigung von alltäglichen Tätigkeiten und zur Selbsthilfe herbeiführen. Dem Risiko eines solchen Immobilisationssyndroms kann aber durch eine frühzeitig einsetzende physiothera­peutische Therapie wirksam entgegengewirkt werden“, betonte Voshaar. © hil/aerzteblatt.de

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