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Ärzteschaft

Hausärzte zu wenig in Transitionsmedizin eingebunden

Mittwoch, 27. Dezember 2017

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

München – Hausärzte sind zu wenig in die Transitionsmedizin eingebunden. Das kritisiert Bernhard Riedl, Lehrbeauftragter der Technischen Universität München und Mitglied im ehemaligen Ausschuss Pädiatrie des Deutschen Hausärzteverbandes.

„Wir wissen aus Studien, dass sich der Krankheitsverlauf bei Kindern beziehungsweise Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen beim Wechsel von der kinder- und jugend­ärztlichen Betreuung in die Erwachsenenversorgung oft verschlechtert, vor allem, wenn der Übergang nicht koordiniert und gesteuert erfolgt“, erläuterte er in einer Publikation des Bayerischen Hausärzteverbandes.

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Mehr Betroffene als vermutet

Die Zahl der Betroffenen sei „größer, als man vielleicht annehmen mag“. Riedel zufolge leiden rund 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland an einer chroni­schen Erkrankung wie beispielsweise Rheuma, Diabetes, Asthma oder ADHS. Viele der Jugendlichen verfügten aber noch nicht über die erforderliche Selbstständigkeit im Umgang mit ihrer Erkrankung. Außerdem falle der Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin in eine ohnehin schwierige Zeit, in der sich jeder Jugendliche mit Pubertätsproblemen herumschlagen müsse.

In der Transitionsmedizin geht es darum, den Jugendlichen zu vermitteln, wie sie selbst Verantwortung für ihre Krankheit übernehmen könnten. „Das geht am besten im Team aller, die an der medizinischen Versorgung des Betreffenden beteiligt sind, also auch nichtärztliche Gesundheitsberufe wie Ergotherapeuten oder Sozialarbeiter“, so Riedl.

Ein großes Problem sei aber, dass Hausärzte bei den wenigen Modellen zur Transitions­medizin, die es bislang in Deutschland gebe, keine Rolle spielten, obwohl ihnen in der weiteren Versorgung der jungen Erwachsenen eine zentrale und koordinierende Rolle zukomme. Das hänge auch damit zusammen, dass viele transitionsmedizinische Ange­bote zu spät einsetzten, nämlich erst mit 17 bis 19 Jahren. „Besser wäre, Jugendlichen ab 16 entsprechende Angebote zu unterbreiten mit dem Hausarzt als künftigen zentralen Ansprechpartner“, so Riedl. © hil/aerzteblatt.de

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