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Neuer Lehrstuhl Allgemeinmedizin in Würzburg

Freitag, 29. Dezember 2017

Würzburg/München – Die Universitätsklinik Würzburg hat einen neuen Lehrstuhl Allgemeinmedizin eingerichtet. Bislang verfügte die Universitätsklinik lediglich über einen Lehrbereich. Den neuen Lehrstuhl werden sich die Allgemeinmedizinerinnen Anne Simmenroth und Ildikó Gágyor teilen.

Große Zustimmung signalisierte der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV). „Die gemeinsame Professur der beiden Kolleginnen ist ein Modellprojekt, das die Realität in vielen Praxen widerspiegelt“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dieter Geis. Er betonte: „Ich freue mich sehr über den neuen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg!“

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Der Bayerische Hausärzteverband setzt sich wie der Deutsche Hausärzteverband dafür ein, dass jede medizinische Fakultät über einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin verfügt. „Diesem Ziel sind wir nun wieder ein Schritt näher gekommen. Jetzt fehlen noch Regensburg und Augsburg – dann hat jede Bayerische Universität mit einer medizinischen Fakultät auch einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin“, sagte Geis. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 2. Januar 2018, 13:59

Wurde auch Zeit!

Immer wieder erstaunlich: Trotz eminenter Bedeutung der hausärztlichen Allgemeinmedizin und öffentlich beschworener Versorgungslücken in Stadt und Land verfügen immer noch nicht alle Medizinischen Fakultäten über eigenständige Lehrstühle für Allgemeinmedizin.

Die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg besteht dort seit der Ernennung des Neumünster-Kapitulars und Arztes Jonas Adelwerth zum Dekan am 4. Januar 1582. Doch erst jetzt gibt es neben einem Fachbereich einen eigenständigen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin.

Mehr Praktika, Famulaturen und klinisch-ambulante Aus- bzw. weiterbildung bei Haus- und Familien-Medizinern sollen dadurch gefördert und gefordert werden.

Fingerspitzengefühl, emotionale, soziale und praktische Intelligenz in der hausärztlichen Praxis schafft eine Balance von Solidarität, Selbstverantwortung und Subsidiarität: Ohne sozial Schwache, Kranke, Alte, Junge, Kinder, Erwachsene, Reiche, Arme, Kluge und weniger Kluge auszugrenzen oder in Existenzangst oder würdeloses Sterben zu treiben.

Abgestufte Versorgungsebenen sind nötig:
1. Präformiertes medizinisches Laienwissen in Schule und Ausbildung
2. Lotsenfunktion/Koordination durch Hausärzte als "Primärarzt"
3. allgemeinärztlich-internistisch-pädiatrische Grundversorgung
4. fachärztliche, spezialmedizinische, ambulante Fachversorgung
5. ambulante bis stationäre Stufendiagnostik
6. Therapie/Versorgung Beschwerde-, Situations- und Krankheits-adaptiert vom Kreiskrankenhaus bis zur Uniklinik."

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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