NewsAuslandOberster Gerichtshof im Iran bestätigt Todesurteil für Mediziner
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Oberster Gerichtshof im Iran bestätigt Todesurteil für Mediziner

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Teheran – Der oberste Gerichtshof im Iran hat das umstrittene Todesurteil für einen international renommierten Mediziner bestätigt. Das teilte Generalstaatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi mit.

Der iranisch-schwedische Wissenschaftler Ahmad-Resa Dschalali habe gestanden, streng geheime Dokumente über das iranische Nuklear- und Verteidigungsprogramm sowie Informationen über iranische Atom­wissenschaftler an ausländische Geheim­dienste weitergegeben zu haben. Dafür habe er sowohl Geld als auch die schwedische Staatsangehörigkeit erhalten, erklärte der Generalstaatsanwalt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA. Wann die Hinrichtung stattfinden soll, sagte Dolatabadi nicht.

Vorwürfe von Amnesty International

Dschalali, der eigentlich in Schweden lebt und in Italien und Belgien gearbeitet hat, war im April 2016 während eines Heimatbesuches verhaftet worden. Amnesty International kritisiert, er sei in einem äußerst unfairen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden. Der Schuldspruch basiere auf Geständnissen, die durch Drohungen und Folter erzwungen worden seien.

Anzeige

Dschalali hatte vergangene Woche im Staatsfernsehen gestanden, dem israelischen Geheimdienst Informationen über das iranische Atomprogramm übermittelt zu haben. Ihm wird auch vorgeworfen, mit seiner Zusammenarbeit für den Mossad israelischen Agenten geholfen zu haben, zwei iranische Atomwissenschaftler zu ermorden.

Geständnisse angeblicher Spione im iranischen Staatsfernsehen sind nicht neu. Da solche Interviews vom Geheimdienst zusammengestellt werden, ist eine Verifizierung der Aussagen unmöglich. Geständnisse im Fernsehen könnten aber nach Meinung von Beobachtern zu einer Revision der Todesurteile führen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #111366
simplicissimus500
am Donnerstag, 28. Dezember 2017, 19:31

Geständnisse unter Folter?

Nun ja, das kennen wir doch auch aus den USA. Haben wir uns darüber irgendwie besonders aufgeregt?
LNS

Nachrichten zum Thema

7. Dezember 2018
Frankfurt am Main – Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beschäftigt sich mit dem Leber­trans­plan­tations­pro­gramm der Frankfurter Universitätsklinik. Hintergrund ist, dass die für die Prüfung der
Staatsanwaltschaft prüft Transplantationsprogramm der Universitätsklinik Frankfurt
7. Dezember 2018
Bremen – Krankenkassen müssen unter Umständen auch sehr hohe Kosten für eine Behandlung im Ausland bezahlen. Das entschied das Sozialgericht Bremen zugunsten eines lebensbedrohlich kranken
Krankenkasse muss Kosten für Behandlung in USA bezahlen
7. Dezember 2018
Offenburg – Knapp vier Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Arztes in Offenburg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Der junge Mann, ein Asylbewerber aus Somalia,
Arzt in Offenburg getötet: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
6. Dezember 2018
Erfurt – Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (Az.: 10 AZN 490/18) hat eine Rechtsbeschwerde von Asklepios gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen zur Frage nach tariflichem
Bundesarbeitsgericht verwirft Asklepiosklage wegen Streits um Zusatzurlaub für Ärzte
27. November 2018
Midyat/Oldenburg – Die türkischen Behörden haben ein weiteres mögliches Opfer des bereits verurteilten Patientenmörders Niels H. exhumiert. Die Zeitung Hürriyet berichtete, im südtürkischen Midyat
Weiteres mutmaßliches Opfer von Niels H. in der Türkei exhumiert
21. November 2018
Leverkusen/San Francisco – Bayer ist wie angekündigt gegen die millionenschwere Verurteilung im Glyphosat-Prozess in den USA in die nächste Instanz gegangen. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass
Bayer legt Berufung gegen Glyphosat-Urteil in den USA ein
20. November 2018
Gießen – Der Fall der wegen verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche verurteilten Ärztin Kristina Hänel kommt vor das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt. Gegen das Berufungsurteil des
LNS
NEWSLETTER