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Ausland

US-Regierung entlässt gesamtes Aids-Beratergremium

Dienstag, 2. Januar 2018

Washington – Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat nach überein­stimmenden Medienberichten das gesamte bisherige Beratergremium des Weißen Hauses für HIV/Aids-Fragen entlassen. Nachdem bereits sechs Angehörige der Kommission im Juni aus Protest gegen die Gesundheitspolitik unter Trump zurück­getreten waren, hätten die noch verbliebenen zehn Mitglieder jetzt ihre Entlassungs­papiere erhalten, schrieb unter anderem die Washington Post.

Die Kündigung sei sofort wirksam, zitierte die Zeitung einen Betroffenen, den Epi­demiologen Patrick Sullivan, der unter Trumps Vorgänger Barack Obama 2016 für vier Jahre in das Gremium berufen worden war. Es ist unter dem Kürzel PACHA bekannt, wurde 1995 ins Leben gerufen und berät das Weiße Haus bei der Aidsbekämpfung. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und kommen aus verschiedenen gesellschaftlichen sowie beruflichen Gruppen.

Mit ihrem Rücktritt im Sommer hatten die Mitglieder unter anderem gegen Trumps Versuche protestiert, Obamas Gesundheitsreform abzuschaffen. Ein solcher Schritt würde Menschen schaden, die mit HIV lebten, sagte einer aus der Gruppe der sechs, Scott Schoettes, der Washington Post. Insgesamt habe die Trump-Regierung in der HIV/Aids-Frage keine Strategie und suche keinen Rat von außen.

Den Medienberichten zufolge argumentiert das Weiße Haus, dass es bei Regierungs­wechseln üblich sei, die Zusammensetzung von derartigen Beratergremien zu ändern. Aber ehemalige Mitglieder hätten dem widersprochen: Unter früheren Regierungen sei es Angehörigen gestattet gewesen, ihre vorgesehene Zeit zu absolvieren, bevor man sie ausgewechselt habe. Wann das Gremium neu besetzt wird, blieb zunächst unklar. © dpa/aerzteblatt.de

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simplicissimus500
am Freitag, 19. Januar 2018, 01:05

" Wann das Gremium neu besetzt wird, blieb zunächst unklar."???

Dann wird es jetzt ja wohl klar sein, wann das Gremium neu besetzt wird!? Wenn etwas (also mal ganz allgemein gesprochen) "zunächst" unklar blieb (perfekt!), dann sollte es jetzt ja wohl klar sein. Wo liegt also das Problem? Bei Trump oder bei der Berichterstattung von dpa. Ich tippe auf dpa, weil die sich mit den "Zeiten" ja schon lange nicht mehr auskennen. Und mit dem, was wahrheitsgetreue Berichterstattung ist, schon lange nicht mehr.

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