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Ausland

Taliban entführen Masern-Impfteam in Zentralafghanistan

Dienstag, 2. Januar 2018

Kabul – Radikalislamische Taliban haben in der zentralafghanischen Provinz Ghor ein afghanisches Impfteam entführt. Die vier Männer und eine Frau seien gestern in der Nähe der Provinzhauptstadt Feruskoh verschwunden, sagte Provinzsprecher Abdulhai Chatibi heute. Sie seien unterwegs gewesen, um Menschen gegen die Masern zu impfen.

Ein Provinzratsmitglied, Mohammed Mehdvi, sagte, die Taliban wollten damit erreichen, dass es Impfungen auch in von ihnen kontrollierten Gebieten gibt. Stammes­älteste verhandelten nun mit den Taliban um die Freilassung des Impfteams. Ein Sprecher der Taliban wies die Anschuldigungen allerdings zurück.

Die Taliban kontrollieren heute wieder um die 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30 Prozent. Sie haben in den vergangenen Monaten mehrfach Regierungs- und NGO-Kliniken bedroht oder dichtgemacht und gefordert, sie in ihre Gebiete zu verlegen. Die internationale Gemeinschaft hat die Taliban schon mehrfach dazu aufgerufen, in Gebieten unter ihrer Kontrolle zu arbeiten.

Gleichzeitig gibt es weiterhin viele Übergriffe gegen Nichtregierungsorganisationen, Kliniken und medizinisches Personal, oft, weil sie von den Islamisten als Teil der Regierungsstrukturen angesehen werden. Bei Kämpfen werden Kliniken als Schutz oder Basis missbraucht. Hilfsorganisationen klagen über massive Zugangsprobleme zu von Taliban kontrollierten Gegenden. © dpa/aerzteblatt.de

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