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Medizin

„Stoßwellen“ beschleunigen Heilung diabetischer Fußulzera

Dienstag, 2. Januar 2018

Silver Spring – Akustische Stoßwellen, die als Lithotripsie in den 1980er Jahren zur Behandlung von Nierensteinen eingeführt wurden, können auch die Abheilung von diabetischen Fußulzera fördern. Die Ergebnisse aus zwei klinischen Studien haben die US-Arzneimittelbehörde FDA zur Zulassung eines Gerätes bewogen, das in Europa bereits aufgrund einer CE-Lizenz vermarktet wird.

Die Abgabe von hochenergetischen akustischen Druckwellen – der Hersteller spricht von „Pulsed Acoustic Cellular Expression“ (PACE) – soll im Gewebe Druck- und Zugspannungen erzeugen, die die Durchblutung verbessern und die Wundheilung fördern.

Der Hersteller hat sein Gerät, das zur Behandlung auf die Oberfläche der diabetischen Ulzera gedrückt wird, in zwei randomisierten, doppelblinden Studien mit 336 Diabetespatienten mit einer Scheinbehandlung verglichen, bei der die Geräte keine Stoßwellen abgaben. Alle Patienten erhielten die gleiche Basistherapie mit einem Wund-Débridement und Nass-Trocken-Verbänden. Auch der Anteil der Patienten mit gut oder schlecht eingestelltem Blutzucker war in beiden Gruppen gleich. 

Die PACE-Behandlung beschleunigte nach den der FDA vorgelegten Studiener­gebnissen die Wundheilung: Nach 24 Wochen waren 44 Prozent der diabetischen Ulzera verschlossen gegenüber 30 Prozent in der Kontrollgruppe.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren laut FDA Schmerzen während der Behandlung, lokale  Blutergüsse, Taubheitsgefühle, Migräne (sic!), Übelkeit, Ohnmacht, Wundinfektionen sowie Infektionen außerhalb der Wunde (Erysipel, Osteomyelitis) und Fieber.

Die Behandlung darf deshalb nicht bei Ulzera angewendet werden, die bis auf den Knochen reichen. Die FDA beschränkt die Anwendung auf diabetische Ulzera mit einer Wundfläche von nicht mehr als 16 cm2, die seit mindestens 30 Tagen bestehen und unter einer konventionellen Wundbehandlung nicht abgeheilt waren. © rme/aerzteblatt.de

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