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Medizin

Alzheimer: Diabetesmittel könnte Gedächtnisverlust vermindern

Dienstag, 2. Januar 2018

©Juan Grtner - stock.adobe.com

Lancaster – Ein Triple-Agonist, der die Wirkung von drei blutzuckersenkenden Magen-Darm-Hormonen kombiniert, hat in einem Mäusemodell des Morbus Alzheimer Amyloid-Ablagerungen vermindert, die Bildung von Nervenzellen stimuliert und die Lernleistungen der Tiere verbessert. Die in Brain Research (2018: 1678: 64-74) vorgestellten Ergebnisse bestätigen die Ergebnisse erster klinischer Studien, in denen Antidiabetika bei Demenzpatienten günstige Ergebnisse erzielt haben.

Der Typ 2-Diabetes gehört zu den bekannten Risikofaktoren für Demenzerkrankungen. Als Ursache wird neben einer Atherosklerose der Hirngefäße auch eine Störung der Insulinwirkung im Gehirn diskutiert. Dies hat zu klinischen Studien mit verschiedenen Inkretinmimetika geführt, die die Wirkung der körpereigenen Hormone GIP (Glukoseabhängiges insulinotropes Peptid) und GLP-1 (Glucagon-like Peptid) nachahmen. Erste klinische Studien mit den GLP-1-Agonisten Liraglutid und Exenatid deuten auf eine gewisse neuroprotektive Wirkung hin.

Ein Team um Christian Hölscher von der Universität Lancester in England hat jetzt die Wirksamkeit eines experimentellen Triple-Agonisten getestet. Die noch nicht zuge­lassene Substanz stimuliert die Rezeptoren für GIP, GLP und darüber hinaus für Glukagon, dem „Gegenhormon“ von Insulin.

Die Experimente wurden an transgenen Mäusen durchgeführt. Die Tiere haben zwei Mutationen (APP und PS1), die die Ablagerung von Amyloiden im Gehirn fördern und eine frühzeitige Demenz verursachen. Tägliche Injektionen mit dem Triple-Agonisten verbesserten in einem Gedächtnistest die Orientierungsfähigkeit der Mäuse in einem Labyrinth. Im Gehirn fand Hölscher nach dem Ende der zweimonatigen Behandlung eine verminderte Amyloidlast vor. Die Aktivierung von Astrozyten und Mikroglia, zu der es im Rahmen einer entzündlichen Reaktion beim Morbus Alzheimer kommt, war vermindert, und in den Gedächtnisregionen des Gehirns wurden vermehrt neue Nervenzellen gebildet, was die verbesserte Leistung der Tiere im Gedächtnistest erklärt.

Der Triple-Agonist könnte sich deshalb nicht nur zur Behandlung  des Typ 2-Diabetes eignen (für diese Erkrankung besteht kein Mangel an therapeutischen Optionen), sondern auch für den Morbus Alzheimer, der sich bisher nicht durch Medikamente beeinflussen lässt. Klinische Studien zu dem neuen Wirkstoff stehen allerdings noch aus. © rme/aerzteblatt.de

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DinoJan
am Donnerstag, 4. Januar 2018, 13:20

Ein guter Ansatz

Es freut mich darüber zu lesen, dass es endlich voran geht.

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