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Politik

Deutscher Pflegerat fordert bundesweiten „Masterplan Pflege“

Freitag, 5. Januar 2018

/Peter Atkins, stock.adobe.com

Berlin – Der neue Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, erwartet von der künftigen Bundesregierung ein schnelles Signal für Verbesserungen in der Pflege. Wagner forderte heute in Berlin zugleich einen „Masterplan Pflege“.

Pflege werde viel zu oft als Problem wahrgenommen, dabei sei sie eine Lösung für viele Probleme in der alternden Gesellschaft, sagte der 60-Jährige. Er schlug eine Enquetekommission Pflege im Bundestag oder einen Runden Tisch vor, an dem die zuständigen Ministerien, Vertreter des Berufes, der Wissenschaft und aus Bildungs­einrichtungen beteiligt werden. „Wir dürfen nicht im Klein-Klein verharren, sondern brauchen eine Gesamtschau“, erklärte der Pflegeratspräsident.

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Milliardenivestition notwendig

Wagner, der seit Mitte September Chef des Pflegerats und damit Stimme von rund einer Million professionell Pflegenden ist, forderte von der Politik insbesondere eine bessere Personalausstattung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. „Viele Pflegende sind frustriert und am Ende ihrer Kräfte. Da ist ein starkes Signal notwendig; die Pflegenden müssen spüren, dass sich schnell etwas bessert“, sagte er mit Blick auf die am Sonntag beginnenden Sondierungsgespräche für eine große Koalition.

Wagner räumte ein, dass grundlegende Verbesserungen „Milliarden Euro zusätzlich kosten“ würden. Jeder Bürger müsse sich aber klar darüber sein, „dass er ganz schnell selber betroffen sein kann. Will ich selber in einem Krankenhaus liegen, in dem keine Zeit für eine gute Pflege ist?“ Umgekehrt entstünden durch falsche und schlechte Pflege schon heute immense Kosten – etwa durch Krankenhausinfektionen, über­mäßige Bürokratie und schlechte Personalführung.

Wagner äußerte die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr Grundlagen für die Gründung einer Bundes­pflege­kammer gelegt werden könnten. Sie soll – analog zur Bundes­ärztekammer oder Anwaltskammern – die Stimme der Pflegenden im Gesundheits­wesen und gegenüber der Politik verstärken. Zuvor allerdings sollen in mehreren Bundesländern Landespflegekammern auf den Weg gebracht werden.

Die Landes­pflege­kammer Rheinland-Pfalz arbeitet bereits, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein steht ihre Gründung kurz bevor. Und in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern gibt es dieses Jahr noch Befragungen der Pflegenden. „Ich erwarte da einen Dominoeffekt“, sagte Wagner. © kna/aerzteblatt.de

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