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Anklage im Hygieneskandal des Uniklinikums Mannheim erhoben

Freitag, 19. Januar 2018

Mannheim – Mehr als drei Jahre nach einem Skandal um verunreinigtes Operations­besteck hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen den Ex-Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH erhoben. Das teilte die Behörde heute mit. Der Verdächtige habe „trotz des von ihm erkannten dringenden Handlungsbedarfs“ die Maßnahmen für die gesetzlich vorgeschriebene Aufbereitung der Operations­instrumente unterlassen, hieß es. Hierdurch sei die Gesundheit „einer Vielzahl von Patienten“ gefährdet worden.

Allerdings könne ein Zusammenhang zwischen Infektionen, die bei Patienten aufgetreten waren, und der Verwendung von möglicherweise nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Instrumenten „nicht mit der im Strafrecht erforderlichen Wahrschein­lichkeit belegt werden“, betonte die Staatsanwaltschaft. Dies sei auch mit einem eingeholten rechtsmedizinischen Gutachten nicht zu belegen. In der Anklage geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz.

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Die Mängel bei der Reinigung von OP-Besteck waren im Herbst 2014 im Uniklinikum aufgedeckt worden. Ein weiterer Beschuldigter war deswegen im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Mannheim rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Verfahren gegen vier weitere Beschuldigte wurde gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.

Unterdessen schwelt ein Streit im Mannheimer Gemeinderat um die Aufklärung des Hygieneskandals weiter. Die Familien-Partei beantragte kürzlich Akteneinsicht in einen internen Untersuchungsbericht aus dem Jahr 2014 und in alle Sitzungsprotokolle des Aufsichtsrats des Universitätsklinikums seit 2008. © dpa/may/aerzteblatt.de

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