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Politik

Krankenkassen kritisieren Aufstockung der Krankenhausbetten in Hamburg

Freitag, 5. Januar 2018

/txakel, stock.adobe.com

Hamburg – Die Krankenkassen haben die Aufstockung der Krankenhausbetten in Hamburg kritisiert. „Während in anderen Regionen immer mehr Eingriffe ambulant erbracht und Betten tendenziell abgebaut werden, geht in Hamburg der Bettenaufbau ungebremst weiter“, sagte die Leiterin der vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst.

In Hamburg ist die Zahl der stationären Betten zum Jahreswechsel um 377 und die der teilstationären Behandlungsplätze um 40 gestiegen. Dies geht aus der Zwischenfort­schreibung des Krankenhausplans 2020 der Gesundheitsbehörde hervor. Gleichzeitig weist die Behörde erstmals Zentren für besondere Aufgaben aus.

Drei Prozent mehr

Die angekündigte Anzahl der Betten entspreche einem Plus von rund drei Prozent im Vergleich zum bisher gültigen Plan. „Und das, obwohl die Hamburger Bevölkerung im Durchschnitt so jung ist wie nirgendwo sonst in Deutschland und eine vergleichsweise geringe Krankheits­last aufweist“, so Herbst.

Der Krankenkassenverband fordert die Stadt auf, mehr Geld für die Investitions­finanzierung der Kliniken in die Hand zu nehmen. „Wenn Hamburg sich entscheidet, gegen den Bundestrend Betten aufzubauen, ist eine höhere Investitionsquote zwingend notwendig“, so Herbst. Im Augenblick werde die Finanzierung der zusätz­lichen Betten teilweise aus den Mitteln der Versicherten geleistet, kritisierte der vdek.

Kritisch sehen die Krankenkassen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme außerdem, dass Hamburg jetzt 32 Zentren ausweise. Zentren sollten sich aber durch außergewöhnliche Fachexpertise auszeichnen, die deutlich herausstechen. Nur wenn diese Leuchtturmfunktion gegeben sei, könnten sich Patienten sinnvoll orientieren. Dass sich jetzt an fast jedem Hamburger Krankenhaus ein Zentrum befinde, legt den Kassen zufolge die Vermutung nahe, dass der Begriff zu großzügig verwandt wird. „Wir brauchen echte Leuchttürme, keine gefühlten“, so Herbst.

Durch die Ausweisung der Zentren im Krankenhausplan können die Krankenhäuser mit den Krankenkassen über Zuschläge verhandeln, mit denen spezielle Leistungen und besondere Koordinierungsaufgaben zusätzlich vergütet werden. „Gerade bei speziellen medizinischen Leistungen, die sehr komplex, selten oder extrem kostenaufwendig sind, kann damit die notwendige Expertise in Hamburg konzentriert und entsprechend vergütet werden“, erklärte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 7. Januar 2018, 18:47

Witz in Tüten!

Für wie glaubwürdig hält sich der Verband der Ersatzkassen (vdek) in Hamburg, wenn er die Aufstockung der Krankenhausbetten in Hamburg kritisiert?

Ist es nicht eher so, dass eine große Anzahl von Berufspendlern in HH arbeiten, Kranken- und Sozialversicherungsbeiträge dort gemeinsam mit ihren Arbeitgebern einzahlen, obgleich sie im schleswig-holsteinischen Umland oder noch weiter weg wohnen?

Für medizinische Dienstleistungen geht dieser gewöhnlich gut informierte GKV-Versichertenkreis dann auch eher zurück in die differenzierte und spezialisierte Hamburger Klinik-Szene, weil dort u.a. wegen höherer OP- und Interventionszahlen bessere und komplikationsärmere Ergebnisse erzielt werden, wie unlängst vom wissenschaftlichen Institut des AOK-Bundesverbandes (WIdO) nachgewiesen wurde.

Die Anzahl der in Hamburg in den Gesetzlichen Krankenkassen und dem Hamburger GKV-Branchenprimus "Techniker Krankenkasse" (tk) beschäftigten Sozialversicherungsfachangestellten liegt ebenso wie die Zahl der Neueinstellungen unerreichbar weit über dem Durchschnitt aller anderen Bundesländer!
Vgl. https://jobs.meinestadt.de/hamburg/azl/0-79094-10000091
https://www.tk.de/tk/karriereportal/504252

Und wenn mit der Leiterin der vdek-Landesvertretung, Kathrin Herbst,
"eine Journalistin die Funktion der Teamleiterin und zugleich Bevollmächtigten für die Verhandlung und den Abschluss von Versorgungsverträgen für die Ersatzkassen in der Hansestadt [übernimmt]. Herbst kennt das Hamburger Gesundheitswesen aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Pressesprecherin für verschiedene Kliniken in Hamburg, zuletzt von 2007 bis 2010 beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf."
https://www.vdek.com/LVen/HAM/Presse/Pressemitteilungen/2011/20110331.html
Dann fragt man sich doch unwillkürlich, wie beim vdek HH nicht nur medienwirksam, sondern inhaltlich beurteilt werden kann, was "echte Leuchttürme, keine gefühlten“ sind?

Dass die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auch (nur) gelernte Journalistin bei den Dortmunder Ruhr-Nachrichten war, bevor sie eine politische Karriere bei der NRW-Landesregierung startete, gibt meinem "Witz in Tüten!" die letzte Pointe.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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