NewsMedizinMagnetresonanz­tomographie der Plazenta zeigt Herzfehler an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Magnetresonanz­tomographie der Plazenta zeigt Herzfehler an

Montag, 8. Januar 2018

/Trish23, stock.adobe.com

Washington – Fetale Herzfehler gehen zunächst mit einer gesteigerten Durchblutung der Plazenta einher, die gegen Ende der Schwangerschaft wieder abfällt und immer stärker durch regionale Störungen gekennzeichnet ist. Dies zeigen Untersuchungs­ergebnisse in Scientific Reports (2017; doi: 10.1038/s41598-017-16461-8).

Herz und Plazenta versorgen den Feten mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Plazenta ist für den Nachschub zuständig, das Herz stellt sicher, dass das Blut die Ressourcen an alle Regionen des Feten transportiert. Störungen der fetalen Blutversorgung betreffen deshalb beide Organe.

Anzeige

Untersuchungen des Children's National Medical Center in Washington zeigen jetzt, dass sich angeborene Herzfehler auf die Durchblutung der Plazenta auswirken. Zu Beginn der fetalen Entwicklung kommt es zu einer gesteigerten Durchblutung der Schnittstelle zwischen fetalem und mütterlichem Kreislauf. Das Team um Catherine Limperopoulos vermutet einen kompensatorischen Mechanismus, der die ausreichende Versorgung des fetalen Organismus gewährleistet.

Dies gelingt jedoch mit zuneh­men­der Dauer der Schwangerschaft immer weniger. Wie die Forscher jetzt anhand der Untersuchung von 48 Schwangeren zeigen, nimmt die Durchblutung der Plazenta gegen Ende der Schwangerschaft ab. Die Aufnahmen, die mit einem 1,5-Tesla-Gerät gemacht wurden, lassen zudem eine ungleichmäßige Durchblutung erkennen. 

Bei der Magnetresonanztomographie wurde die Durchblutung mit dem geschwin­digkeitsselektiven arteriellen Spin Labeling (VSASL) bestimmt. Es kommt ohne die Gabe von Kontrastmitteln aus und ist deshalb für den Feten unbedenklich. Die Unterschiede, die Limperopoulos zwischen 17 Feten mit und 31 Feten ohne Herzfehler beschreibt, waren deutlich. Ob sie eine Früherkennung ermöglichen würde, lässt die Radiologin offen. Aufgrund der hohen Kosten käme ein Magnetresonanztomographie als Screeninguntersuchung kaum infrage. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2018
Kopenhagen – Frauen, die während einer Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, hatten in einer landesweiten Kohortenstudie aus Dänemark im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 363: k4109) ein
Präeklampsie könnte vaskuläre Demenz im Alter fördern
17. Oktober 2018
Berlin – Hebammen und Entbindungshelfer sollen künftig in einem dualen Studium statt wie bisher an Hebammenschulen auf den Beruf vorbereitet werden. Das kündigte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
Große Koalition diskutiert über Reform der Hebammenausbildung
17. Oktober 2018
New York – Frauen in Industrieländern wie Deutschland, Italien, Spanien und Japan bringen ihre Kinder in zunehmend höherem Alter und nichtehelich zur Welt. In diesen Ländern sind Frauen im
Frauen in Industrieländern bringen Kinder immer später zur Welt
16. Oktober 2018
Toronto – Frauen, die wegen einer Krebserkrankung eine Strahlentherapie oder kardiotoxische Zytostatika erhalten haben, erleiden bei einer späteren Schwangerschaft häufig eine Herzinsuffizienz. Dies
Schwangerschaften gefährden Herz von Krebsüberlebenden
15. Oktober 2018
Berlin – Damit kleine Kinder nicht an Zucker gewöhnt werden, will Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) bis Ende 2019 süßende Zutaten in Babytees aus dem Verkehr ziehen. „Die Produkte für
Klöckner will zusätzlichen Zucker in Babytees verbieten
15. Oktober 2018
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die von Abgeordneten des Bundestags angestrebte Klärung ethischer Fragen bei Bluttests für Schwangere etwa auf ein Down-Syndrom positiv aufgenommen. „Da man
Bundesärztekammer begrüßt parlamentarische Debatte über pränatale Bluttests
12. Oktober 2018
Bonn – Der PDE-5-Hemmer Sildenafil darf nicht zur Behandlung von intrauterinen Wachstumsstörungen eingesetzt werden. Dies geht aus einem Rote-Hand-Brief hervor, den die Hersteller auf Anweisung des
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER