NewsAuslandÄrzte in Frankreich dürfen Beatmung einer Patientin gegen den Elternwillen einstellen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ärzte in Frankreich dürfen Beatmung einer Patientin gegen den Elternwillen einstellen

Montag, 8. Januar 2018

Paris – Ärzte in Frankreich können gegen den Willen der Eltern die künstliche Beatmung einer Jugendlichen einstellen, die mit schweren Hirnschäden im Kranken­haus liegt. Der Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht, wies einen Einspruch der Eltern einer 14-Jährigen ab. „Damit liegt es jetzt im Ermessen des für das Kind zuständigen Mediziners, ob und wann die Entscheidung zur Einstellung der Behandlung umgesetzt wird“, teilte der Staatsrat mit.

Die 14-Jährige, die eine Autoimmunerkrankung hat, war im vergangenen Juni mit Kreislauf- und Atemstillstand gefunden und ins Krankenhaus von Nancy gebracht worden. Dort stellten die Ärzte schwere Hirnschäden fest. Weil sie keine Aussicht auf Besserung sahen, entschied der behandelnde Arzt im Juli 2017 nach dem dafür vorgesehenen Verfahren, die künstliche Beatmung einzustellen – es war zuvor nicht gelungen, einen Konsens mit den Eltern zu erreichen.

Diese zogen gegen die Entscheidung vor Gericht, scheiterten aber sowohl in erster Instanz als nun auch in Berufung. Die Richter des Staatsrats begründeten dies unter anderem mit dem irreversiblen Verlusts der Autonomie des Kindes, zudem gebe es keine ernsthafte Anfechtung der ärztlichen Analyse. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. Juli 2018
Straßburg – Eine Frau, die als junge Erwachsene knapp zwei Jahre zu Unrecht in einer Bremer Psychiatrie eingesperrt war, ist vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit ihrer erneuten
Psychiatrie-Opfer scheitert mit erneuter Beschwerde gegen Deutschland
19. Juli 2018
Paris – Im Kampf gegen Zigarettenrauch hat Paris sechs öffentliche Grünanlagen testweise zu Nichtraucher-Parks erklärt. Erstmal soll dort für zunächst vier Monate nicht geraucht werden – die Stadt
Paris testet Nichtraucher-Parks
18. Juli 2018
Brüssel – Die Anzahl der Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien ist 2017 erneut gestiegen. Hatten 2016 noch 2.028 Menschen aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen, waren es 2017 2.309 Menschen, wie die
Mehr Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien
17. Juli 2018
Darmstadt – Asylbewerber haben Anspruch auf eine kostenintensive medizinische Therapie, wenn diese aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist. Das hat das Hessische Landessozialgericht Darmstadt in
Hepatitis C: Asylbewerber haben Anspruch auf Therapie
13. Juli 2018
St. Louis – Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) ist zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden, weil bestimmte Körperpflegeprodukte Krebs verursacht haben sollen.
Milliardenstrafe für Pharmakonzern J&J wegen angeblicher Krebsrisiken
11. Juli 2018
Lübeck – In einem Prozess um die unerlaubte Abgabe der Ersatzdroge Methadon hat einer der beiden angeklagten Ärzte die Vorwürfe heute vor dem Lübecker Landgericht zurückgewiesen. „Wir haben niemanden
Prozess um unerlaubte Abgabe von Methadon
10. Juli 2018
Essen – Der Medizinskandal um mutmaßlich gepanschte Krebsmedikamente in einer Apotheke in Bottrop wird die Justiz auch nach dem Urteil weiter beschäftigen. Die Verteidiger des 48-jährigen Apothekers

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER