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Ärzteschaft

Jeder zweite ausländische Arzt scheitert in Bayern an Fachsprachenprüfung

Dienstag, 9. Januar 2018

München – In Bayern haben im vergangenen Jahr 244 ausländische Ärzte die Fachsprachenprüfung bestanden, 266 sind durchgefallen. Damit lag die Bestehens­quote bei 48 Prozent, wie die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK) gestern mitteilt.

„Die Defizite liegen zumeist bei der Transferleistung des vom Patienten vorgetragenen Beschwerdebildes in einer auf Fachsprachenniveau erfolgenden Vorstellung des Patienten an den ärztlichen Kollegen. Auch die schriftliche Wiedergabe der erhobenen Anamnese ist oftmals nicht ausreichend“, erklärte der Kammerpräsident Max Kaplan.

Die Ärztekammer nimmt den Sprachtest seit April 2017 ab. Ärzte aus 92 Nationen haben sich im vergangenen Jahr dazu gemeldet. Am häufigsten kamen sie aus Syrien, Rumänien und Serbien. „Die Patienten haben ein Recht darauf, ihren Arzt zu verstehen. Und auch die Kollegen sind darauf angewiesen, dass die Kommunikation funktioniert, zum Beispiel dass jeder Arzt im Krankenhaus oder in der Praxis nach entsprechender Einarbeitung in der Lage ist, einen Arztbrief zu schreiben oder wichtige Dokumenta­tionspflichten zu erfüllen“, sagte Kaplan.

Auch in anderen Ländern ist die Quote der Nichtbesteher hoch: So fällt bei den Sprach­tests für ausländische Ärzte in Sachsen-Anhalt jeder vierte Prüfling durch. Am häufigsten scheitern die Mediziner laut der Sächsischen Ärztekammer daran, schrift­liche Untersuchungsbefunde und einen Arztbrief zu verstehen. Zudem sei das Verstehen zwei- und dreistelliger Zahlen ein Problem.

„Wir sehen die Notwendigkeit einer solchen Prüfung, haben wir es doch mit einer steigenden Anzahl von Ärztinnen und Ärzten, die Nicht-Deutsch-Muttersprachler sind, zu tun“, sagte Kaplan. Der Kammerpräsident rief die Personalverantwortlichen der Krankenhäuser dazu auf, fremdsprachliche Ärzte bei der sprachlichen Qualifizierung zu unterstützen.

Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) kündigte an, die Deutsch­kennt­nisse von ausländischen Medizinern weiter konsequent prüfen zu lassen. „Arzt und Patient müssen sich verständigen können – und das darf nicht an Sprachbarrieren scheitern“, sagte sie. Ein gegenseitiges Verstehen sei die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Sie zeigte sich froh, mit der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer den „idealen Partner für die  Fachsprachenprüfung“ gewonnen zu haben. © hil/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 10. Januar 2018, 11:47

Liebe "Christamüller",

Es ist doch nicht nur der Deutsche Fachsprachentest, es ist das Deutsche Medizinische Staatsexamen, welche als Mindestanforderungen gestellt werden müssen!

Damit stimme ich der Forderung der Vizepräsidentin der BÄK und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Frau Kollegin Dr. med. Martina Wenker, uneingeschränkt zu. In den USA das eine Selbstverständlichkeit:

"Zuständig für die Vergabe von US-Zulassungen ist die ECFMG, was für "Educational Commission for Foreign Medical Graduates" steht. Die vergibt nach Bestehen der USMLE (United States Medical Licensing Examination) Step 1, Step 2 CK und Step 2 CS das begehrte ECFMG-Certificate – den Fahrschein zur Bewerbung in einem US-Residency-Programm und zugleich die Anerkennung als Arzt.

Wie so ziemlich alles auf dieser Welt hat sich auch die Vergabe des ECFMG-Certificates in den letzten Jahren geändert. Mussten ausländische Studenten früher noch den TOEFL [Test of English as a Foreign Language] ablegen und den praktischen CSA-Test [Clinical Skills Assessment] bestehen, fällt der TOEFL heutzutage weg. Im Klartext: Niemand braucht den TOEFL, um das ECFMG-Certificate zu bekommen!

Der CSA, ein praktischer Test mit Schein-Patienten, der bislang nur für ausländische Bewerber, jedoch nicht für US-Studenten galt, wurde abgeschafft und durch einen zweiten Teil des Step 2 ersetzt, den nun auch alle US-Absolventen bestehen müssen. Das führt dazu, dass der Multiple-Choice Test im Step 2 nun als Step 2 CK (Clinical Knowledge) und der praktische (ehemalige CSA) Test nun als Step 2 CS (Clinical Skills) bezeichnet werden." (Zitat Ende)
https://www.thieme.de/viamedici/medizin-im-ausland-laender-usa-1748/a/amerikanisches-staatsexamen-usmle-4639.htm

Damit wird klar: Wer über keine ausreichenden US-englische Sprachkenntnisse verfügt, kann keine Zulassung nach der ECFMG erhalten. Denn ohne ausreichende Sprachkenntnisse besteht niemand die USMLE (United States Medical Licensing Examination) und die multiple choice- bzw. praktischen Testverfahren. Enen zusätzlichen TOEFL-Test braucht es dann nicht.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Christamüller
am Dienstag, 9. Januar 2018, 16:42

USA und Sprachtest

Für die Zulassung als Arzt in den USA muß jeder Absolvent einer ausländischen medical school - auch US-Amerikaner - den Toefel-Test absolvieren, der Sprach-Eingangstest in das US-Gesundheitssystem.

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