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Ärzteschaft

Kinderärzte betonen Bedeutung der Nachsorge nach Krebserkrankung

Dienstag, 9. Januar 2018

/prudkov, stock.adobe.com

Köln – Kinder, die an Krebs erkrankt waren, brauchen eine besonders intensive Nach­sorge, da für sie das Risiko für andere Erkrankungen erhöht sein kann, zum Beispiel für eine Lungenentzündung. Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) jetzt hingewiesen. 

„Manche Krebsbehandlungen, wie Chemo- und Radiotherapie im Brustbereich, können die Lunge belasten, sodass Kinder und Jugendliche in der Folge längerfristig gefährdet sind, bestimmte Lungenerkrankungen zu bekommen“, erläuterte Hans-Jürgen Nentwich aus dem wissenschaftlichen Beirat des Berufsverbandes.

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Mehr Pneumonien

Nentwich verwies auf Zahlen der Swiss Cancer Survivor Study (SCCSS). Diese Arbeit ist in der Zeitschrift Pediatric Blood & Cancer erschienen (2017; doi: 10.1002/pbc.26749). Die Forscher untersuchten dabei Krebspatienten, die zwischen 1976 und 2005 diagnostiziert wurden und mindestens 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben waren. „Wir haben die Prävalenz von selbstberichteten Lungenerkrankungen – Lungenentzündung, Brustwandanomalien, Lungenfibrose, Emphysem – zwischen den Langzeitüberlebenden und ihren Geschwistern verglichen“, erläutern die Schweizer Wissenschaftler. 

Die Krebspatienten berichteten über mehr Pneumonien (10 Prozent versus 7 Prozent) und Brustwandanomalien (2 Prozent versus 0,4 Prozent) als Geschwister. Die kumulative Inzidenz einer Lungenerkrankung nach 35 Jahren Follow-up betrug 21 Prozent. Bei Lungenentzündung wurde die höchste kumulative Inzidenz bei den Krebspatienten beobachtet. „Die SCCCS-Studie ergab ein erhöhtes Risiko für Lungen­erkrankungen, insbesondere Lungenentzündung, was darauf hindeutet, dass Krebs-Langzeitüberlebende eine langfristige Lungennachbeobachtung benötigen“, so das Fazit der Schweizer Forscher. 

„Wenn ein Kind eine Krebsbehandlung durchgemacht hat, dann sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt einen Nachsorgeplan erstellen und besprechen, welche vor­sorg­lichen Maßnahmen sinnvoll sind. So sind bei betroffenen Heranwachsenden mit eventuell vorgeschädigter Lunge eine Grippe- und Pneumokokkenimpfung ratsam, um die Krankheitsrisiken zu verringern“, so Nentwich. © hil/aerzteblatt.de

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